Ausgezeichnet! Danke, VUT!

VUT VIA Sonderpreis 2019

Letzte Woche fand #RBFC19 statt – die Reeperbahn Festival Conference in Hamburg. Vier Tage Kongressprogramm als komplementäre Ergänzung zu einem 4-tägigen Showcase-Festival: Das ist zweifellos die deutschsprachige Veranstaltung, an der man nicht vorbeikommt, wenn man sich für den aktuellen Status Quo relevanter Debatten und Themen interessiert. Ein riesiges, teils etwas unübersichtliches Programm mit vielen Strängen, Partnern und Perspektiven.

Es ist überaus beeindruckend, mit welcher Entschiedenheit sich das Kongressprogramm dabei aktuellen gesellschaftlichen Diskursen öffnet bzw. diese naht- und anstandslos in sich aufnimmt. Beeindruckend – aber nicht etwa abwegig. Ganz im Gegenteil.

Da ging es um Metadaten und Blockchaintechnologie (erwartbar, aber erstmals wirklich mit einem ernstzunehmenden Zukunftsversprechen), um Kulturpolitik und die Finanzierung der Kulturakteure, um neue Strategien für den Klassikbetrieb und die Frage, wie man neue Publika gewinnen kann. Wichtig war die Vorstellung des großen Keychange-Programms zum Empowerment von Frauen in der Musikwirtschaft. Die ex-Kollegen von der SoundTrack_Cologne waren da und sprachen über Games-Musik; die GEMA bot Workshops, Show Cases und Panels, die teils wohltuend perspektiverweiternd waren – etwa als die Frage nach der Vergütung von Autorenleistungen im Schulterschluss zwischen treuhänderischer Verwertungsgesellschaft und den vielfaltssichernden Medienregulierern der Landesanstalt für Medien NRW erörtet wurde. Anwaltskanzleien wie SKW Schwarz oder Beiler Karl Platzbecker & Partner luden zu Gesprächen und/oder Getränken, Labels und Verlage zu Konzerten und Freibier. Die deutschen und europäischen Hot Spots richteten Empfänge aus, darunter neben den Hamburgern selber Berlin, Mannheim, das Land NRW mit seinem Pop NRW-Programm, die Österreicher, Schweizer, Dänen und und und. Zu hören, zu trinken und zu denken gab es jedenfalls reichlich.

Ein (irrwitziger) Veranstaltungstitel wie „YouTube is the new Indie“ lässt schon ahnen, dass da Konflikte toben und neue Narrative gesponnen werden, um Gläubige hinter sich zu versammeln und für die nächsten Scharmützel in günstige Ausgangspositionen zu kommen. Insofern ist es wenig erstaunlich, dass auch die Verbände und politischen Akteure präsent waren. Zumal es eminent politische Themen gab, die  so sehr drängten, dass sie sich wie rote Fäden durchs Programm sponnen … Das fassungslos aufgenommene Künast-Urteil etwa, und, natürlich, die europäische Urheberrechtsrichtlinie.

Ich war Gast des VUT, der sich am Rande des Festivals auf einer Mitgliederversammlung umbenannte: VUT bleibt, aber der Verband heißt nun Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen. Kluge Wahl, wie ich finde.

Im Rahmen des #RBFC19 richtete der VUT seine jährlichen Indie Days aus, und diese gipfelten wiederum in der Preisverleihung der VIA Awards am Abend des 19.09.2019. Am gleichen Tag nahm ich am Panel Neue Verantwortlichkeit im Netz? – Veränderungen im Urheberrecht teil; am Abend folgte die Preisverleihung, auf der ich einen Sonderpreis für mein kulturpolitisches Engagement erhielt. 

In der Pressemitteilung des VUT heißt es:

„Der VIA-Sonderpreis für besondere Verdienste für die unabhängige Musikbranche, der von VUT-Vorstand und Geschäftsstelle gemeinsam vergeben wird, ging in diesem Jahr an den Komponisten Matthias Hornschuh. Sandra Wirth, Referentin für Politische Kommunikation beim VUT, überreichte Hornschuh den Preis für sein unermüdliches wie unaufgeregtes kulturpolitisches Engagement, vor allem im Rahmen der Urheberrechtsreform.“

Die Preisverleihung wurde auf Video aufgezeichnet und ist HIER noch zu sehen (Facebook-Seite, aber frei zugänglich). Solltet Ihr Euch einen Eindruck machen wollen, dann würde ich euch folgende Sprungziele vorschlagen:

  • ab 00:16:10 Eröffnung durch Carsten Brosda, Hamburgs Kultursenator (auf jeden Fall anhören!)
  • ab 00:25:20 Jörg Heidemann, Geschäftsführer VUT (nicht verpassen!)
  • ab 01:38:50 Sonderpreis. Sandra Wirth mit der Laudatio, anschließend Einspielfilm, dann mein Dank. (Weniger als 7 Minuten!)

Ich freue mich, sogar sehr, aber auch ein bisschen vorsichtig.

Ich habe meinen Anteil an Vielem.
Aber nichts von dem, was wir wirklich bewegen, kann eine/r alleine stemmen. Und hinter jeder bzw. jedem, die/den man ins Rampenlicht stellt, sieht man die vielen nicht mehr, die dahinter stehen.

Daher hier und jetzt ein riesiges
DANKESCHÖN an & für Euch!
Funktionäre, Aktivisten, Mandatierte und Solisten, viele von Euch Freunde und Freundinnen: Ihr wisst, wer gemeint ist.

 

Autor: Matthias Hornschuh

I compose. I reflect. I teach. I talk.

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