Das Ende des Internets? Eine Reaktion

LESERBRIEF | Deutschlandfunk Kultur
zum Gastkommentar

Zeitenwende
Das Ende des Internets, wie wir es kennen
Wikileaks, Piratenpartei und die wilden Onlinejahre sind vorbei. Stattdessen diskutieren wir über Upload Filter und die Datenschutzgrundverordnung. Dafür gebe es gute Gründe, aber die Regulierung habe auch ihren Preis, meint der Informatiker Enno Park.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/zeitenwende-das-ende-des-internets-wie-wir-es-kennen.1005.de.html?dram:article_id=421563

Köln, 29.06.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezugnehmend auf o.a. Artikel möchte ich meiner Verwunderung Ausdruck verleihen. 

Ganz offensichtlich fügt dieser Text der Debatte nicht einen einzigen neuen Aspekt hinzu. Er beleuchtet nichts aus einer anderen Perspektive. Und er bildet unwahre Behauptungen ab, die ersichtlich mehr oder weniger im Wortlaut aus den sattsam bekannten Kampagnentexten zum Thema stammen. Das Ganze reichweitenwirksam mit einer dystopischen Headline versehen: Das ist beschämend, auch wenn Sie mir nun entgegnen werden, es handele sich hier ja um eine namentlich kenntlich gemachte Einzelmeinung. 

Es mag Ihnen nicht bewusst sein, aber bei diesem Richtlinienentwurf geht es ums Urheberrecht – und mithin um die legitimen Rechte der Urheber*innen.
Mit dem Richtlinienentwurf sollen die Schöpfer der Werke, auf deren Verwertung sämtliche Infrastrukturen im Netz aufgebaut sind, darunter die Plattformen wie YouTube etc., erstmals einen einklagbaren Anspruch auf „angemessene“ Beteiligung an der Erlösen der Verwertung erhalten. Den Plattformen wird eine Verantwortung für die Nutzung der Inhalte zugewiesen, die die Verpflichtung zur Lizenzierung und Vergütung enthält. 

Sie können dieser Verpflichtung auf zwei Arten nachkommen: Entweder ergreifen sie „angemessene und verhältnismäßige“ Maßnahmen, die es erlauben festzustellen, ob überhaupt eine Lizenz vorliegt. Wenn nämlich keine Lizenz vorliegt, darf das entsprechende Werk auch nicht durch die Plattform monetarisiert werden.

Oder sie lizenzieren selbst umfassend pauschal bei den staatlich legitimierten Verwertungsgesellschaften. Damit wären zugleich unverzichtbare Einzellizenzen wie das sog. „Filmherstellungsrecht“ verbunden, ein Recht, das zwingend erworben werden muss, will man irgendeine Musik mit irgendeinem Bild synchronisieren.

Letzteres ist ein erprobtes System – beispielsweise in Ihrem Hause. Mit einer solchen Regelung wäre für die Rechteinhaber eine Vergütung im Nutzungsfalle und für die Werknutzer Rechtssicherheit gewährleistet.

Diese Prüfpflichten sollen im Übrigen nur größeren Plattformen auferlegt werden, während einer der lautesten Ankläger, die Wikimedia, laut Artikel 2 sogar explizit davon ausgenommen sein soll.

Das müssen Sie sicherlich nicht alles im Detail wissen und verstehen, doch scheint mir, es wäre die Aufgabe einer öffentlich-rechtlichen Redaktion, keine tendenziösen, verkürzenden und schlechterdings falsch informierten Meinungen zu befördern.

Wenn Herr Park kurzerhand erklärt, es habe im Netz nie einen rechtsfreien Raum gegeben – und dabei auch noch in Richtung Abmahnungen (welche sich in der kritisierten Form immer an Privatpersonen richteten, was hier ja gerade vermieden werden soll) verweist, dann belegt das einfach nur, dass er sich eben nicht – wie im Text behauptet – „ernsthaft damit beschäftigt“ hat.
Hätte er das getan, dann wüsste er um die Drastik der fast vollständigen faktischen Enteignung der gesamten Musikbranche – einschließlich unendlich vieler Einzelkünstler*innen, deren Namen niemand kennt – durch YouTube. Dann wüsste er um die dramatischen Effekte der Piraterie für die Filmwelt und den Gamesmarkt. Er wüsste einzuschätzen, dass Schauspieler*innen, Drehbuchautor*innen, Regisseur*innen oft mit Fassungslosigkeit davon berichten, in welchem Umfang ihre Arbeit online verwertet, d.h. zu Geld gemacht wird, während sie von dem erwirtschafteten Geld nicht einen Cent erhalten. Von Fotograf*innen ganz zu schweigen.

Dabei sind Urheber*innen und Interpret*innen zu wesentlichen Teilen auf Nutzungsvergütungen angewiesen, um von ihrer Arbeit leben zu können.

Wir haben es mit einer längst und umfassend empirisch belegten systematischen Schieflage zu tun, mit einer Regelungslücke, deren Effekte als „Value Gap“ (Wertschöpfungslücke) bezeichnet werden. Diese Regelungslücke erlaubt es den Plattformbetreibern, sich auf die Position eines Festplattenvermieters zurückzuziehen: „Was haben wir denn mit den Inhalten zu tun?!“

Hier geht es ganz konkret um die kleinsten, schwächsten Einheiten dieses Marktes, allen voran die Urheber*innen und Interpret*innen der auf den Plattformen massenhaft vorhandenen Musik, denen allmählich die Luft zum Atmen ausgeht.

Es ist geradezu zynisch, das nicht zur Kenntnis zu nehmen in einem Text über gerade dieses Regulierungsvorhaben.
Es ist weder volkswirtschaftlich noch kulturell sinnvoll, davor die Augen zu verschließen. Denn wir haben es hier mit Hunderttausenden Betroffener zu tun, deren Werke genutzt werden, die dafür aber nicht vergütet werden.

Nun steht das Wort UPLOADFILTER im Raum – und damit das Ende des Internets.
Hier wäre Herr Park gut beraten gewesen, sich ein wenig zu informieren – über
– das Regulierungsvorhaben (s.o.)
– die gängigen Gepflogenheiten im derzeitigen Netz.

Denn dies ist VOLL von Uploadfiltern. Nur: Niemand merkt’s. Weil es das Netz eben nicht zerstört, sondern funktional macht.
Wie, glauben Sie, wird gewährleistet, dass auf YouTube und Facebook keine Brustwarzen zu sehen sind? Algorithmen.
Und warum ist das so? YouTube gehört … nun, YouTube. Aber eben nicht uns.

Die Plattformen sind privatwirtschaftlicher Raum; niemand von uns hat irgendeinen Anspruch darauf, an diesen digitalen Orten irgendetwas tun zu dürfen. Es gilt dort das Hausrecht, es gelten die „Community Standards“ des Inhabers. Wir sprechen hier nicht von einem öffentlichen Marktplatz. Umso idiotischer ist die Rede von „Zensur“. 

Zensur ist als staatlicher Eingriff definiert, hier aber wird ganz explizit einem privatwirtschaftlichen Unternehmen eine Haftung bzw. Verantwortung inkl. eigenverantwortlicher Prüfpflicht auferlegt. Wenn man dann noch berücksichtigt, wie konkret die Grenzen möglicher Filtersysteme im Richtlinienentwurfstext niedergelegt werden, dann bleibt nur noch ein Fazit: Unsinn.  

Um zum Schluss ein paar weitere Irrtümer aufzuklären:
Framing für Presseartikel bleibt erlaubt und man darf getrost auch weiterhin Texte verlinken.
Wikipedia ist von der Filterpflicht ausgenommen.
Eingriffe in Grundrechte – und die Meinungsfreiheit ist fraglos eine besonders wesentliche darunter – sind laut Richtlinie ausgeschlossen.
Schrankenregelungen bleiben von der Richtlinie unberührt. Man darf also auch weiter zitieren und parodieren. Ob das immer fehlerfrei funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Das ist aber auch bei Softwareimplementierungen nicht anders, die Herr Park sinnvoll findet. 

Im Übrigen wird in der Richtlinie auf die Notwendigkeit der Einrichtung und Erreichbarkeit von Schiedsstellen und Gerichten verwiesen.

„Das offene Internet wie wir es kennen“, Herr Park, ist eine nostalgische Illusion. Das ist angesichts von Trump und AfD, Hate Speech und Fake News, Kindeporno- und Enthauptungsvideos, Steuerflucht und Cybercrime, Datenmissbrauch und privatwirtschaftlicher Big Data-Komplettüberwachung ganz offensichtlich. Dieses Netz hat seine Unschuld schon vor langer Zeit verloren.
Das Internet der Gegenwart ist eine zutiefst korporatistische Angelegenheit, die jenseits nationaler Grenzen und damit jenseits der Rechtsräume die Regeln unseres Zusammenlebens, unserer Arbeit und Kommunikation, die Narrative über unser Gemeinwohl („don’t be evil!„) in eine überwiegend renditeorientierte Alleinherrschaft verschiebt. Winner takes all … Ich nenne das Digitalen Feudalismus. 

Wer sich aus nostalgischer Verbohrheit gegen Regulierung im Sinne des Gemeinwohls wehrt, der macht sich schuldig.

Wer jetzt, in Unkenntnis des konkreten Regelungsgehalts, diffuse Ängste schürt und eine zukunftsweisende, vielfaltssichernde und dabei verhältnismäßige Regulierung des digitalen Raums verhindert, der verkennt, dass die Regeln, die das EU-Parlament im Sinne der Rechtssicherheit aller Beteiligter vereinheitlichen will, längst, Schritt für Schritt, von Gerichten europaweit durchgesetzt werden – als Stückwerk. Die nächste Chance für eine gesamteuropäische Lösung dürfte frühestens in zwei Jahren möglich werden. Die einzigen, die von einem solchen Aufschub profitieren, werden die Plattformen sein, die ggf. zwei weitere Jahre lang ihr Geld mit den Leistungen der Kulturschaffenden erwirtschaften können. Für lau. 

Tolle Freiheitskämpfer: Kämpfer für Vergütungsfreiheit.

#vote4jurireport
#stopdigitalfeudslism
#makeinternetfair
#ValueGap
#TransferOfValue

Referenzen

Referenzen KOMPOSITION


KLOSTERKÜCHE
Doku-Reihe NDR Fernsehen ab 2018  | Titelmusik & Score
Regie: Cornelius Kob | Redaktion: Anja Würzberg

=  2016 & 2017  s e n d e p a u s e  =

Intl. Filmfest Braunschweig Kinotrailer 2015
Komposition & Produktion

WDR / KiRaKa Das Buch der Verwandlungen. Buch 2: THESEUS UND DER MINOTAURUS
Kinderhörspiel, WDR 2015 | Ursendung 24.April 2015, WDR5
Buch: Karlheinz Koinegg (nach den Geschichten des Ovid) | Regie: Thomas Werner
Komposition, Produktion, Einspielung: Matthias Hornschuh
Cello: Philipp Matthias Kaufmann | Fagott: Andreas Weidinger

Utta Danella – LIEBE KOMMT NACH DEM FALL
Bavaria für Degeto / ARD | Fernsehfilm, 2015 | Regie: Peter Stauch
Komposition: Helmut Zerlett & Matthias Hornschuh

Utta Danella – MUTTER AUF STREIFE
Bavaria für Degeto / ARD | Fernsehfilm, 2015 | Regie: Jan Rusicka
Komposition: Helmut Zerlett & Matthias Hornschuh

WARUM ICH MEINEN BOSS ENTFÜHRTE
Degeto/NDR für ARD/Das Erste | Fernsehfilm, 2014 | Regie: Peter Gersina
Musik: Andreas Weidinger | Additional Music: Matthias Hornschuh

EUROPAMAGAZIN 2014 | Redesign des ARD-Magazins
Überarbeitung, Komposition & Produktion aller musikalischen Verpackungselemente auf Basis des alten AudioDesigns (Andreas & Matthias Hornschuh, 2004) | SWR/WDR für ARD/Das Erste

DIE STAATSAFFÄRE
Producers at Work / Sat1 | TV-Movie D 2014 | R: Micky Rowitz
Musik: Helmut Zerlett & Matthias Hornschuh

THE ROAD TO ALEPPO / DER WEG NACH ALEPPO
Spielfilm D / Syrien 2014 | Prod.: Segeler & Borowski | Buch & Regie: Shiar Abdi
Musik: Bernd Keul, Memo Gül, Raimund Koboth, Matthias Hornschuh

EU-Wahl 2014 | Werbespot für die Beteiligung an der EU-Wahl
Lobocito Film, Berlin, Janine Baumeister, im Auftrag des Landes Brandenburg

SOUNDTRACKS DER SEELENSCHÄDEN – KLÄNGE AUS DER TRAUM(A)FABRIK
WDR 3 Open „FreiRaum“, Redaktion: Markus Heuger
von und mit Matthias Hornschuh, Dezember 2013.
Mit Jörg Gerle, Mario Giordano und Dr. Johannes Odendahl.
Ursendung 14.12.2013, 23:05.

IRONCLAD: BATTLE FOR BLOOD
Feature Film, USA 2013, Dir: Jonathan English
Mythic International Entertainment in association with International Pictures One in association with Gloucester Place Films
Composer: Andreas Weidinger | Matthias Hornschuh: Additional Music & Ambient Drone Design | Soundtrack erschienen bei Media Recordings intl.

SoundTrack_Cologne 10: Kinotrailer
Remix des STC Signets (komponiert von A & M Hornschuh, 2000)

WALIBI – Outdoor Music, 2013
WALIBI, Frankreich / Belgien / Niederlande
Rund 40 Minuten neuer Musik für die französischen WALIBI-Parks.
Ganz neu: die FABOULUS AREA.

MEINE BESCHNEIDUNG
Kurzspielfilm, D 2013 | NEUE ZEIT Film (mit Uludag & Arne Ahrens) in Kooperation mit SWR  | Regie: Arne Ahrens, Buch: Arne Ahrens & mit Uludag.
Musik: Matthias Hornschuh, additional Music: Tobias Häußler.

ABSEITSFALLE / OFF SIDE TRAP
Spielfilm (Kino), D 2012
Ester-Reglin-Film (Roswitha Ester & Torsten Reglin) mit SWR/Arte
Buch: Beatrice Meyer, Regie: Stefan Hering
Komposition: Matthias Hornschuh | Tonmeister & Assistent: Tobi Häußler
Musiker: Jeff Brück (Gitarren), Mimi Welldirty (Gesang), Bernd Keul (Kontra- & E-Bass) Tobi Häußler (Bass, Gitarre, Programming), Gunther Gerl (Add. Programming, Produktion Yes We Wash!), Matthias Hornschuh (Gitarren, Geige & Bratsche, Bässe, Mandoline & Mandorla, Klavier, Keyboards, Programming)

WALIBI – Outdoor Music, 2012
WALIBI, Frankreich / Belgien /Niederlande
Rund 90 Minuten neuer Musik für die sog. „AREAS“ der französischen WALIBI-Parks.

JACKY & GRIMM
5teilige Kinderhörspielreihe, WDR 2012.
WDR (Bärenbude), Red. Ulla Illerhaus, Regie Christoph Pragua.
Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh

BIONIK RÜSSEL
Sachgeschichte (6\‘) von Sarah Winkenstette, WDR 2011
WDR / Die Sendung mit der Maus, Red. Matthias Körnich, Prod. Matthias Wegmann, Köln

SOMMER SPÜREN
D 2011, Kurzspielfilm von Svenja Wiese | lutzfilm, Prod.: Phlipp Lutz
Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh

WALIBI – Outdoor Music
WALIBI, Frankreich / Belgien /Niederlande
2011, Orchestral Scores für die WALIBI-Freizeitparks in den Niederlanden, Belgien, Frankreich. Ca. 90\‘ Musik, komponiert, arrangiert & produziert von Matthias Hornschuh, 2011. | Ergänzende Themen-Variationen & Orchesterarrangements für die WALIBI-Parks in Frankreich, 2011.

GEKIDNAPPED
D 2011, Kurzspielfilm von Sarah Winkenstette
KHM / Orange Roughy Filmproduktion, Prod: Corinna C. Poetter
Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh (zusätzliche Bässe, Bernd Keul, Klarinette: Stefan Döring)

STUARTS CAPE
WDR (Bärenbude), Red. Ulla Illerhaus, Regie Christoph Pragua.
9teilige Kinderhörspielreihe nach Sara Pennypecker, WDR 2011. Auf WDR5 ab dem 17.April 2011. |Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh (Bass: Bernd Keul)

KOMM UND HOL MICH
D 2011, Kurzspielfilm von Arne Ahrens (Buch/Regie/Schnitt)
kontrastfilm, Mainz, Produktion: Thomas Vollmar
Musik: Matthias Hornschuh | Uraufführung @ Festival Max-Ophüls-Preis 2011

ZOMBIES
D 2010, Kurzdoku von Stephan Sorkin | Sorkin Film, Prod. Stephan Sorkin
Musik: Biber Gullatz & Matthias Hornschuh

MOKOENA MOVING
Hörstück von Matthias Hornschuh & Manfred Müller, WDR 2010
WDR3 Studio Akustische Kunst, Red. Markus Heuger
Komposition: Matthias Hornschuh | Ursendung am 10.06.2010 auf WDR3.

KOMEDA – A SOUNDTRACK FOR A LIFE / KOMEDA – SOUNDTRACK FÜR EIN LEBEN
D 2010, 52′, Musik-Doku von Claudia Buthenhoff-Duffy (Buch & Regie)
Producer Julian Benedikt / Benedikt Pictures in co-production with Wojciech Szczudlo / Studio Filmowe Kalejdoskop, Warsaw, Poland; WaveLine, Berlin; participating channels ZDF/Arte, leading commissioning editor Christopher Janssen, TVP2, DR, SF, YLE
Originalmusik: Krzysztof Komeda | Filmmusik: Andreas & Matthias Hornschuh
Ausgezeichnet mit dem FIPA D\’ARGENT 2010 @ FIPA Biarritz
Premiere @ SoundTrack_Cologne 6.0
Wettbewerb Filmfestival Triest 2010

DER MAGISCHE UMHANG
D 2009, Kurzspielfilm von Claudia Reinhard (Buch/Regie)
ifs Köln | Regie: Claudia Reinhard, Prod.: Philipp Lutz
Musik: Matthias Hornschuh | Premiere @ Filmfestival Max-Ophüls-Preis, Saarbrücken 2010

CYBERCHONDER
Hörspiel von Matthias Kapohl, WDR 2009
WDR (1Live / WDR3), Red. Natalie Szallies, Buch/Regie: Matthias Kapohl
Ursendung: 9.6.09, 1Live

TEDDYBEAR & LULLABY – DAS LEBEN UND STERBEN VON HLASKO UND KOMEDA
Radio-Feature von Claudia Buthenhoff-Duffy, SWR 2008.
SWR 2 (Literatur), Red. Dr. Walter Filz
Feature-Produktion, Tondramaturgie & Sounddesign, Komposition.
Ursendung: SWR2, Sonntag, 22.03.2009, 14.05 bis 15.00 Uhr

Günther Eilemann-Medley
WDR Fernsehen / Unterhaltung
Orchester-Playback für den Auftritt des Jugendchors St. Stephan bei der Karnevalsausgabe der WDR-Show So lacht NRW.

WIE MAN UNSTERBLICH WIRD
2teiliges Hörspiel von Karlheinz Koinegg nach dem Roman von Sally Nicholls, WDR 2009
WDR (Red. Lilipuz), Angeli Backhausen (Regie)
VÖ im April 2009 als Hörbuch bei IGEL RECORDS
Auszeichnungen & Nominierungen:
– Deutscher Hörbuchpreis 2010
– Auditorix 2009
– Kinderhörspiel des Monats Juli 2009 @ hr2 Bestenliste
– Lobende Erwähnung der Jury beim Dt. Kinderhörspielpreis 2009
– Hörspiel des Monats Juni 2009 des \“Instituts für angewandte Kindermedienforschung\“ an der HDM Stuttgart und der STIFTUNG ZUHÖREN
– „Vierteljahrespreis der Schallplattenkritik“
– Nominierung für den „Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2009“

JEDEM DAS SEINE / TO EACH HIS OWN
Spielfilm, D 2009, 45\‘. Buch & Regie: Stefan Schaller
Lobocito Film, Filmakademie Baden-Württemberg & Bayrischer Rundfunk
BERLINALE 2009: Perspektive Deutsches Kino

WHIRLY GIRLS – STAR DUST IS BETTER THAN ROAD RUST
Baumgartner Filmproduktion | Doku, D 2008, 60\‘. Regie: Evi Baumgartner

INDEX – DIE SCHWARZE LISTE DES VATIKAN
TV-Doku mit Wolf von Lojewski, D 2008, 2 x 45\‘ | Regie: Christel Fomm & Cristina Trebbi
ZDF / Gruppe 5

MYTHOS SEX
WDR (Red. Leonardo – Wissenschaft und mehr), Burkhard Ax (Regie)
8teilige Hörspielreihe von Susanne Billig und Petra Geist, WDR 2008

GESCHICHTEN FÜR DEN KLEINEN LIEBLING
6teilige Kinderhörspielreihe von Franziska Groszer, WDR 2008
WDR (Red. Bärenbude/Lilipuz), Christoph Pragua (Regie)

radioTatort VERHANDLUNGSSACHE
WDR radioTatort #2, Krimihörspielreihe, WDR 2008
WDR, Thomas Leutzbach (Regie)
Buch: Peter Meisenberg

DAS HAUS DER KLEINEN FORSCHER
Kinderhörspielreihe von Joachim Hecker, WDR 2008
WDR / Kiraka (Der KinderRadioKanal), Burkhard Ax (Regie)
CD erschienen im DAV (Der Audio Verlag)

PILLEFILME
dropout films, Daniel Seideneder | (Pille FilmgerÄteverleih – Technikverliebt 2007) Werbefilmreihe, D 2007, Regie: Daniel Seideneder

BLOWBACK RELOADED
Kurzfilm, D 2008 | Oliver Bender (Buch, Regie, Darsteller)

MADDIN IN LOVE
TV-Serie, D 2008. 8 x 25\‘. Regie: Michael Karen (1-4) / Daniel Drechsel-Grau (5-8), Buch: Oliver Welke. | Juni TV / Hurricane Fernsehproduktion GmbH | Sat1
– nominiert für den Deutschen Comedypreis 2008 als Beste Comedyserie
– auf DVD erhältlich bei ALIVE ab 14.11.2008

Alltag im Vatikan: Feuerwehr & Osterlamm
Doku, D 2007, Regie: Christel Fomm, Cristina Trebbi
Musik zusammen mit Stefan Döring & Verena Guido | zdf/arte

Alltag im Vatikan: Damast & Lichterglanz
Doku, D 2007, Regie: Christel Fomm, Cristina Trebbi; Musik zusammen mit Stefan Döring & Verena Guido | zdf/arte

IBA – Internationale Bauausstellung Hamburg
Imagefilm IBA Zaragoza für die EXPO Zaragoza.
D 2007, Regie: Michael Sommer (sommerfilm), Kamera & Schnitt: Eike Zuleeg

TOFU
frameboX digital design, Mainz
Animationsfilm, D 2006, Regie: Till Nowak
VISUAL MUSIC AWARD 2007 (www.visual-music-award.de)

radioTatort DER EMIR
WDR radioTatort #1 | WDR, Thomas Leutzbach (Regie)
Buch: Peter Meisenberg, Krimihörspielreihe, WDR 2007
Ursendung: Januar 2008, Öffentliche Premiere im November 2007 auf den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe
CD erschienen beim Hörverlag

DER ZWEITE BRUDER
Kurzspielfilm (25min.) von Stefan Schaller, Buch: Maggie Peren, D 2007
Filmakademie Baden-Württemberg, Producer: Janine Wolf
Wettbewerb Filmfestival Max Ophüls Preis 2008, Saarbrücken
Prädikat WERTVOLL (Filmbewertungsstelle Wiesbaden)

SCHATTEN
Animationskurzfilm, D 2007
Thomas Kiris (Prod/Buch/Regie), Diplom FH Augsburg

STOLPERSTEIN / ROLLING STONE
Doku 72 + 52 Min., D 2007, Regie: Dörte Franke
Hanfgarn & Ufer, Troika Entertainment, WDR/NDR/ORF/Arte

ABFLUSS DES GRAUENS
Kurzfilm (4 Min.), D 2007, Regie & Buch: Jan Kopietz
Jan Kopietz, FH Mainz (Diplomfilm)

HÜHNER DÜRFEN SITZEN BLEIBEN
Musik zum WDR-Kinderhörspiel von Jochen Weeber, WDR 2007.
WDR, Thomas Leutzbach (Regie)

GSCHICHTEN AUS DEM WIENERWALD
Städtische Bühnen Münster 2007, Großes Haus, Regie Markus Kopf
Volksstück von Ödön von Horvath. Musik, Musikkonzept, Arrangements

MEIN TRAUM VON VENEDIG
TV-Movie, D 2007, 90 Min. | Ziegler Film | ARD / Degeto, Regie: Michael Kreindl
Musik gemeinsam mit Helmut Zerlett

REQUIEM FÜR EINEN PUNK
Doku, D 2006, 80 Min. | Cameo Film & Troika Entertainment | Regie: Berthold Bell & Gerhard Schick, Prod.: A. Pisacane & M.P. Aust

SARRE LIBRE
Episodenfilm, D 2006 | kontrastfilm (Mainz) | Arne Ahrens (Buch, Regie)
– Offizieller Eröffnungsfilm Max-Ophüls-Preis 2007

BLOWBACK
Kurzfilm, D 2006 | Oliver Bender (Buch, Regie, Darsteller)

FINAL JOURNEY
3D-animierter Kurzspielfilm, D 2006
artworx3D | Lars Zimmernmann (Regie)

BIELEFELD.JAHNPLATZ
Hörstück von Andreas & Matthias Hornschuh, 52\‘, 2006.
WDR3 | Studio Akustische Kunst, Red. Markus Heuger
Ursendung am 18.11.2006 auf WDR3

WDR5 AudioDesign | Ergänzung 2006
Musiken, Songs, Motive, Jingles, Betten und Vorspänne für die Fortentwicklung des WDR5-Programmes. Darunter die komplette neue Verpackung für Profit – das Wirtschaftsmagazin.

WDR | KIRAKA – Der Webchannel für Kinder
Audiodesign, AudioLogo, Jinglepaket, 2006

DAS SCHLOSS DER FRÖSCHE
Musik zum WDR-Hörspiel nach dem Roman von Jostein Gaarder, WDR 2006.
WDR, Angeli Backhausen (Regie)
Musikproduktion / Sendung in 5.1 & Stereo
Auf CD veröffentlicht beim DAV
=> auf der hr2-Hörbuch-Bestenliste für den Monat September 2006
=> nominiert für den ARD Hörspielpreis 2006

DANTONS TOD
Theatermusik, Premiere am 28.01.2006; Regie: Markus Kopf
Städtische Bühnen Münster, Großes Haus (Spielzeit 2005/2006)

GROSSSTADTRÄUBER
Kurzspielfilm D 2005 | kontrastfilm (Mainz) | Arne Ahrens (Regie)
mit Fabian Busch & Julia Brendler
– Hessischer Filmpreis 2006
– 1. Preis Film | shortcuts Rheinland-Pfalz, Film und Multimedia Nachwuchspreis 2006
– Ullrich Schieg Filmpreis 2006
– Kurzfilm-Biber | Biberacher Filmfestspiele 2006

HANDBUCH FÜR DEN RUSSISCHEN DEBÜTANTEN
Hörspielmusik für das 3teilige Hörspiel nach dem Roman von Gary Schteyngart, WDR 2005
WDR, Thomas Leutzbach (Regie)

TOTENTANZ-MINIATUREN
4 Miniaturen für Violine, Elektronik & Begleitung, 2004, Uraufführung im Februar 2004, Bielefeld

DELIVERY
Animationsfilm, D 2005 | frameboX / Till Nowak (Buch, Regie & Visualisierung)
AWARDS:
– Grand Jury Prize | AFI FEST 2005, Los Angeles, Nov. 2005
– Audience Award | AFI FEST 2005, Los Angeles, Nov. 2005
– Prix UIP Ghent 2005 | Flanders International Film Festival, Ghent, Okt. 2005
– Best First Film | Annecy, Juni 2006
– Nominiert für den EUROPÄISCHEN FILMPREIS 2006 (Kurzfilm-Kategorie), Warschau, Dez. 2006
– Friedrich-Wilhelm-Murnau-Kurzfilmpreis 2006 | Murnau-Stiftung, Wiesbaden, April 2006
– Best Animation | sehsüchte film festival, Potsdam, April 2006
– Audience Award 2005 | goEast Festival, Wiesbaden, April 2005
– Best Student Animation 2005 | goEast Festival, Wiesbaden, April 2005
– 1st Prize Mediterranean Environmental Award by United Nations, Antalya 2006
– 1st Prize | OFFF Barcelona, Mai 2005
– Best Animation | Bergisches Filmfest, Wuppertal, Oct. 2005
– Prädikat Besonders Wertvoll | Filmbewertungsstelle Wiesbaden, Juli 2005
– Shortfilm Of The Month | Filmbewertungsstelle Wiesbaden, Juli 2005
– Audience Award | 22. Hamburg International Short Film Festival
– Made in Germany Award | Germany, Juni 2006
– Best Animation | Monterrey Int. Film Festival 2006
– 2nd Prize | Hamburg Animation Award 2005
– Audience Award | Hamburg Animation Award 2005
– Design Forte Award | April 2005
– Winner of the Victory Arts International Competition by Victory Media Network, Dallas, Dez. 2006
– 2nd Prize (Animation) | Chicago International Childrens Film Festival, Okt. 2005
– Best Shortfilm | 17th San Sebastian Horror and Fantasy Film Festival, San Sebastian, Spanien, 2006
– Best Short (Audience Award) | Prague Shortfilm Festival Pragueshorts, Prag, Nov. 2006
– Best Animation | 11th Teheran International Short Film Festival, Iran, 2006
– Best Animation | Fantasy Worldwide Film Festival, Toronto, 2006
– Audience Award: Best Short | Anifest, Budapest 2006
– Prix du Conseil General | Pontault-Combault Short Film Festival, Frankreich. Okt. 2006
– 3rd Prize Audience Award | exground Festival, Wiesbaden, 2005

Kurzfilmrollen & Förderprogramme | Stand September 2006
– Next Generation 2006 | German Films
– Soirée Allemande | AG Kurzfilm, Goethe Institute, German Films
– SHORT SCORES : NRW | mediamusic:nrw

Auf DVD erhältlich bei der Kurzfilmagentur Hamburg

AUTO-BIOGRAFIE
Doku-Reihe, WDR Fernsehen 2004/2005 | WDR Fernsehen

STORNO
Kurzfilm D 2004 Betty Kolarczyk (Buch & Regie)

BRIEFFREUNDSCHAFTEN
Kurzspielfilm D 2004
Anja Hansmann (Regie & Buch)

BÄRENBUDE
AudioDesign und zusätzliche Einspielmusiken des Kindermagazins auf WDR5

SoundTrack_Cologne
AudioDesign zur Preisverleihung New Sound in European Film – European Film Music Awards 2004 im Rahmen von SoundTrack_Cologne 1.0

CONCERTO FÜR KATZE & COMPUTER  5. Satz: „Luminosa“
Klangkomposition zum Bilderzyklus „Katze – Licht und Schatten“ von Berthold Bell; gemeinsam mit Micki Meuser, Kai Schwirzke, Tobias & Kristoff Becker, 2003

DER WALDMEISTER (AT: Baumwächter)
Animationsfilm, 7 min., D 2004
Bernd Nalbach (Buch, Regie, Produktion)

SAP Präsentationsmusiken
für die Messen Systems 2003 und CeBit 2004

H. H. Jahnns NEUER LÜBECKER TOTENTANZ
Multimedia Theater, 2004
Uni Bielefeld, AVZ, Regie: Walter Blohm & Ralph Blase

PROXIMITAS / CLOSENESS
Doku-Feature, Island, 2004
Poppoli Pictures, Reykjavik, Regie: Olafur „de Fleur“ Johannesson

WDR5 Audiodesign
komplettes Jinglepaket; 2003 | WDR

100 METER (KÖLN)
Auftragskomposition für WDR3 / Studio Akustische Kunst 2003, 50 min.WDR – Studio Akustische Kunst

tvn Imagefilm, 1998
tvn, Hannover

EXPO 2000
Präsentationsfilm 1998
tvn, Hannover

BESSER ALS NICHTS
Spielfilm 1997 | Regie Dr. Walter Blohm
Audiovisuelles Zentrum (AVZ), Uni Bi

STRASSENECKE
Multimediatheater Universität Bielefeld 1994 | Regie Dr. Walter Blohm
nach H.H. Jahnn

KINDER UND WERBUNG
TV-Doku 1998 | Regie Dr. Walter Blohm | RTL / dctp

BOTSCHAFTER DER HOFFNUNG / MESSENGERS OF HOPE
Kurzspielfilm 2000 | Regie Dr. Walter Blohm
Deutsche Unesco-Kommission verteten durch Medienkontor Berlin
präsentiert auf der EXPO 2000, Hannover

Universität Bielefeld
Imagefilm 1998

Kann denn Liebe Sünde sein?
Lehrfilm 1998 | Universität Bielefeld

Gefahren im Chemielabor
Lehrfilm 1998 | Universität Bielefeld

u.a.m.

Referenzen TEXT/PUBLIZISTIK

= wird ergänzt =

Referenzen MODERATION/KURATIERUNG

SoundTrack_Cologne
Initiierung, Konzeption, Programmleitung & Moderation von SoundTrack_Cologne 1.0 bis 14 / 2004 – 2017

= wird ergänzt =

Referenzen MUSIKER

= wird ergänzt =

 

EU-Urheberrechtsrichtlinie | #ValueGap vs. #Zensurmaschinen

Am 20. Juni hat der JURI-Ausschuss (Rechtsausschuss) im Brüsseler EU-Parlament über den Kompromissantrag des Berichterstatters Axel Voss zur EU-Richtlinie über das Urheberrecht im Digitalen Binnenmarkt abgestimmt. Der Antrag wurde angenommen. Damit gibt es eine Chance, dass nach dem nun anstehenden Trilog-Prozess zwischen Parlament, Rat und Kommission erstmals auf europäischer Ebene ein einklagbares Recht auf „angemessene Vergütung“ für Nutzungen kultureller Inhalte existieren wird. Folgerichtig ist es so, dass mit der Richtlinie zugleich etwa Transparenzpflichten für Verwerter sowie Lizenzierungs- und Vergütungspflichten für solche gewerbliche Nutzer kultureller Inhalte, die bislang weder einer Zahlungspflicht noch einer Haftung unterliegen bzw. sich dem entziehen können, etabliert werden. Es wird also der sog. #ValueGap geschlossen, die „Wertschöpfungslücke“, welche sich daraus ergibt, dass die „in der Distributionssphäre massig anfallenden Gewinne […] in der Sphäre der Kulturproduktion einfach nicht in ausreichendem Maße“ ankommen (Helga Trüpel); sprich: es soll gewährleistet werden, dass diejenigen, die die Basis großer Teile der materiellen Wertschöpfung im Netz auf eigenes Risiko schaffen (also die Urheber und Interpreten), an den Erträgen der Wertschöpfung beteiligt werden – und zwar „angemessen“.
Es ist schwer vorstellbar, wer da mit plausiblen Gegenargumenten ankommen sollte. Eigentlich.

Doch erstaunlicherweise ergab sich gar keine rechte Notwendigkeit, sich zu den eigentlichen Anliegen des Regulierungsvorhabens zu positionieren – weil schlicht und ergreifend niemand darüber sprach und keiner darüber berichtete. Stattdessen gibt es nun ein so ohrenbetäubendes Gebrüll aufgrund zweier kampagnenhaft zugespitzter Einzelaspekte, dass darin jedes sachorientierte Gespräch und jeder Versuch einer Dialektik untergeht.
Die beiden Stichworte:
#LSR – das „Leistungsschutzrecht für Presseverleger“
und
#Uploadfilter bzw. #Zensurmaschine. 

Rückwärtsgang?

In einer Demokratie muss es immer möglich sein, in der Abwägung vieler Details und Argumente zu unterschiedlichen Ergebnissen einer sorgfältigen Abwägung zu kommen. Dabei spielen auch Ängste und Befürchtungen eine Rolle. Sofern aber die Details fehlen, die Argumente auf falschen Tatsachenbehauptungen und unsauberer Terminologie basieren und die Abwägung demzufolge nicht sorgfältig erfolgt, sondern de facto unmöglich gemacht wird, sodass nur die gezielt geschürten Ängste übrig bleiben, haben wir ein Problem. Ein großes Problem.
Genau das ist nun der Fall.
Das ist ein unglaublicher, ein empörender Vorgang. Eine Angstkampagne, im Ton irrational, in der Sache unseriös, getrieben von (zumindest teilweise) kommerziellen Partikularinteressen in fataler Kombination mit einem inkonsistenten Freiheitsbegriff, von undurchsichtigen Hinterzimmerkoalitionen aus gesteuert. 
An vorderster Front, wie immer, die Wikimedia Foundation und ihre persönliche Brüsseler Erfüllungsgehilfin Julia Reda. An ihrer Seite erfahrene Kampagnenmacher wie die Eletronic Frontier Foundation (Aka Electronic Fear Foundation) und geübte Kampagnenabschreiber wie – traurigerweise – Sascha Lobo. Es ist zum Heulen.
Denn hier geht es ganz offensichtlich nicht um die Sache, sondern um die Deutungshoheit und mithin: um Macht.

Nun wird ja jemandem wie mir, der ständig über „Kultur“ und „Vielfalt“ redet,  immer wieder vorgeworfen, eine „Fortschrittsbremse“ zu sein. Hier ist diskursiv eine erstaunliche Verschiebung der Positionen zu beobachten. 

Fortschritt ist durch Veränderung definiert. Laut Duden handelt es sich dabei um eine „positiv bewertete Weiterentwicklung; Erreichung einer höheren Stufe der Entwicklung.
Interessant. Wenn nun genau diejenigen, die uns vorwerfen, den Fortschritt zu behindern, vor allem mit ihrer Angst argumentieren, dass sich etwas ändern könnte …
Es gibt die Filter Bubbles, und hier sehen wir eine in voller Blüte.
 

Ich habe dazu in den vergangen Wochen viel geschrieben, meist auf Facebook, oft schnell und wütend, und werde nun einige der Gedanken und Texte nach und nach hier einpflegen.

#vote4jurireport #valuegap #transferofvalue
#makeinternetfair #stopdigitalfeudalism

interviews, texte, snippets [netzfunde / wird unregelmäßig ergänzt]

Interview mit der GEMA  (2014?)


Daten, Werke, Spielregeln @ SoundTrack_Cologne 13, August 2015
Co-Mod. RA Stephan Benn
TEIL 1
   mit
   Volker Rieck (filedefense),
   Viola Hagen-Becker (Datenschutzbeauftragte LfM NRW),
   Markus Sabadello (Danubetech)
TEIL 2
   mit
   RA Frank Höfinger (Lausen Anwälte)


Impulsreferat und Diskussion zum Urheberrecht auf der Mitgliederversammlung der DEGEM am 13.10.2013 in Hannover
    mit: Johannes Zmöllnig, Programmierer und Musiker (PD, IEM Graz) Matthias Hornschuh, Medienkomponist (mediamusic e.V., Köln) m.eik Michalke, Mitbegründer von C3S, Boris Baltschun, Musiker und Künstler Gesprächsleitung: Joachim Heintz (Vorsitzender der DEGEM)
Die Gesprächsaufzeichung ist leider nicht ganz vollständig, gibt aber die Impulsreferate und den größten Teil der Diskussion wieder.


BR Denkzeit 2015-07-18: filmtonart–Kampf ums Urheberrecht
Soll das Angebot im Internet grenzenlos sein? „Ja“, sagen die User und verlangen „weg mit dem Geoblocking“. Tatsächlich berät die EU-Kommission über eine bedingte Abschaffung des Geoblocking zur Förderung eines gemeinsamen Digitalmarktes. Wie kann unser Urheberrecht dennoch europagerecht reformiert werden?
Über die brisante Rolle des Geoblocking im Urheberrecht diskutieren namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Recht und natürlich der Musikbranche:
– Klaus Doldinger: Musiker, Filmkomponist
– Birgit Kolkmann: Moderatorin und Autorin, Deutschlandradio
– Matthias Hornschuh: Komponist, Publizist, Kultur- und Medienpolitiker
– Prof. Dr. Gerhard Pfennig: Rechtsanwalt und Sprecher der Initiative Urheberrecht
– Prof. Dr. Ansgar Ohly: Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Ludwig-Maximilians-Universität München
– Julia Reda: Abgeordnete der Piratenpartei im Europäischen Parlament
– Martin Moskowicz: Filmproduzent
Eine Veranstaltung von BR filmtonart vom 26. Juni 2015, Redaktion: Birgit Engel


 

Ämterhäufung | CV

Im Rahmen der GEMA Mitgliederversammlung 2018 bin ich als Vertreter der Komponistenkurie in den Aufsichtsrat gewählt worden. Inwieweit das Amt vergnügungssteuerpflichtig ist, wird herauszufinden sein – aber jetzt freue ich mich erstmal auf die Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen.
Erster Ertrag für mich: ein neues Pressefoto, das der GEMA-Fotograf Sebastian Linder gemacht hat.

Vielleicht der passende Moment, um meine aktuellen politischen Ämter anzuzeigen. Transparenz, und so. Voilà:

MATTHIAS HORNSCHUH (Mai 2018)

Matthias Hornschuh lebt und arbeitet als Komponist für Film, TV und Radio in Köln.

Er komponiert für Medien- und Theaterproduktionen, stattet Freizeitparks mit Musik aus, schreibt und produziert Songs und befasst sich als Autor, Regisseur und freier Produzent mit Akustischer Kunst, Fußballbewegungsforschung und Projekten der Kulturvermittlung.
Der studierte Musiker (Violine) und Musikwissenschaftler unterrichtet regelmäßig an verschiedenen Hochschulen und lotet mit seinen Essays den Grenzbereich zwischen Wissenschaft und Praxis aus.

* Gründer und Vorsitzender des Berufsverbands mediamusic e.V. (2004),
* Mitbegründer und Programmleiter SoundTrack_Cologne (2004 bis Januar 2018),
* Vorstandsmitglied Kulturrat NRW,
* stv. Präsidiumsmitglied Landesmusikrat NRW,
* stv. Leiter der AG „Musik in Beruf und Medien“ im Landesmusikrat NRW,
* stv. Mitglied der Landesmedienkommssion NRW,
* 2010 bis 2015 Jurymitglied Deutscher Hörbuchpreis,
* Mitglied im Fachausschuss Urheberrecht des Deutschen Kulturrats,
* Delegierter in der Initiative Urheberrecht,
* Mitglied CREATIVE.Board (Beirat Creative.NRW).
* Seit Mai 2018 Mitglied des GEMA-Aufsichtsrats als Vertreter der Komponisten. 

* Intensive Tätigkeit als Moderator, Kurator, Speaker, Dozent und Impulsgeber auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. 
* Filme und Hörspiele mit Hornschuh-Musik waren auf fast allen großen internationalen Festivals zu hören und haben rund 100 Auszeichnungen erhalten.
* Träger des Europäischen Förderpreises der GEMA Stiftung, AKM, Fondation SUISA und SACEM 2004, gemeinsam mit Andreas Hanten (geb. Hornschuh).

Referenzen 
Film & TV (Auswahl): KLOSTERKÜCHE (D 2018), LISA SCHWIMMT SICH FREI (D 2015), DIE STAATSAFFÄRE (D 2014), THE ROAD TO ALEPPO (D/SY 2014), IRONCLAD: BATTLE FOR BLOOD (USA/GB/D 2013), ABSEITSFALLE (D 2012), KOMEDA: A SOUNDTRACK FOR A LIFE (D/PL 2009), JEDEM DAS SEINE (D 2009), STOLPERSTEIN (D 2008), DELIVERY (D 2005)

Radio (Auswahl): Das Buch der Verwandlungen: Theseus und der Minotaurus (Hörspielmusik 2015), Soundtracks der Seelenschäden: Klänge aus der Traum(a)fabrik (Radiofeature 2013), Mokoena Moving (Hörstück 2010), Wie man unsterblich wird (Hörspielmusik 2009), RadioTatort: Verhandlungssache (Hörspielmusik 2007), RadioTatort: Der Emir (2007), Bielefeld.Jahnplatz (Hörstück 2006)

Diverse (Bild-)Tonträgerveröffentlichungen als Komponist und Musiker.

Alles neu. Oder: Umbruch ist immer.

März 2018. Hinter mir liegt eine Zeit voller Höhen und tiefster Tiefen.

Als ich im Frühjahr 2015 entschied, ein Sabbatjahr vom Komponieren zu nehmen, um mich mit voller Kraft der Politik und dem Erkenntnisgewinn widmen zu können, ahnte ich nicht, dass daraus zweieinhalb Jahre werden sollten. Sabbat, nicht Politik.

Von meiner Auszeit habe ich verschiedentlich berichtet, vor allem in Form von Vorträgen und Keynotes: Ich habe mich dem Digitalen gewidmet, in allen seinen Facetten. Informationelle Selbstbestimmung, Datenschutz & Datenautonomie, Medienregulierung, Kartellrecht, Plattformhaftung, Fake News & Hate Speech und, natürlich, Kultur und Urheberrecht. Ich habe für ecce eine qualitative Studie über die Folgen der Digitalisierung für die Kulturschaffenden geschrieben, habe Bundesjustizminister Heiko Maas auf der

Urheberkonferenz 2015
MH @ Urheberkonferenz 2015, foto: Initiative Urheberrecht

Urheberkonferenz 2015 erklärt, wovon musikalische Urheber leben (von Lizenzen und Nutzungsvergütungen und mithin von der GEMA und nicht etwa „vom Komponieren“), habe unterrichtet, getalked und moderiert  – in Brüssel, Krakau, Cannes, Berlin und Köln und sonstwo. 
Und ich bin gereist; Frankreich, Polen, Belgien, Niederlande, Schottland & UK, New York und vieles mehr lag auf dem Weg.

Als ich im Herbst 2016 nach einer letzten Reise wieder in mein altes Leben zurückkehren wollte, war das plötzlich verschwunden. 
Ich will und werde das an dieser Stelle nicht vertiefen, nur so viel: Bei meiner Frau wurde Leukämie diagnostiziert und ich habe mich, mit allem, was mir zur Verfügung stand, mit ihr in den Kampf gegen diese unbegreifliche Krankheit geworfen. Den Kampf haben wir verloren; seit November 2017 bin ich Witwer.

Ich muss nun, wohl oder übel, mein Leben neu strukturieren, teils gar neu (er)finden. Das betrifft notwendigerweise auch meinen Beruf, bzw. meine vielen Berufe … Ich bin froh und sehr dankbar, das Jahr mit zwei Kompositionsprojekten zu beginnen, einem fürs NDR Fernsehen und einem für den WDR Hörfunk. Dazu später mehr.
Zugleich habe ich meine Studioräume in der Dasselstr. gekündigt und bin dabei, meine gesamte Arbeitsumgebung in meine Wohnung zu verlegen (Foto). Falls also jemand Räume in Köln sucht …
Halbwichtiges wie eine neue Website muss warten. Das hier ist immerhin ein Versuch sichtbar zu bleiben.

STC-Programmleitung 2016
STC-Programmleitung im Sommer 2016

Im Januar bin ich nach fast 15 Jahren bei SoundTrack_Cologne ausgestiegen. Das ist der Schlusspunkt einer längeren Entwicklung und keineswegs (m)einer akuten Krise geschuldet. Ich werde aber selbstverständlich auch weiter politisch aktiv sein; ich kann ja gar nicht anders. Sehr gerne lasse ich mich für Werkstattgespräche oder Podiumsdiskussionen als Moderator einladen. Auch in der Hinsicht gibt es bereits einige attraktive Aussichten auf das Jahr, das längst kein Neues mehr ist.

Soviel für den Moment. 
Eines möchte ich abschließend nicht versäumen zu sagen: Ich habe im vergangenen Jahr, unter denkbar schlimmen Bedingungen, so viel Gutes erlebt, Loyalität und Freundschaft von so vielen, durchaus auch unerwarteten Seiten erfahren, dass ich schlicht und ergreifend zutiefst dankbar und wahnsinnig berührt bin.
Ich weiß schon, warum ich mich seit langem mit soviel Energie für die Menschen einsetze: Sie sind es wert!

Lasst Euch helfen, wenn Ihr’s braucht, helft anderen, wenn Ihr könnt und, nicht zuletzt, werdet Organspender und lasst Euch typisieren! Es sind ganz kleine Entscheidungen, die Großes bewirken können.

Persönliche Filmmusik-Highlights 2017

Neben dem unglaublich unterhaltsamen Werkstattgespräch mit dem verdammt klugen SHERLOCK-Komponisten Michael Price (SoundTrack_Cologne 14) habe ich im Jahr 2017 eine Reihe persönlicher weiterer Filmmusik-Highlights erlebt.

Michael Price & MH @ STC14, Foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne
Michael Price & MH @ STC14, Foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne

 

 

Dazu gehörte nicht zuletzt ein langes und intensives Gespräch mit einem Kollegen, dem ich mittlerweile seit gut zehn Jahren freundschaftlich verbunden bin: Oscarpreiträger Jan AP Kaczmarek (FINDING NEVERLAND). Auf dem Braunschweig International Film Festival BIFF gestalteten wir zusammen mit den hervorragenden Musikern des Staatsorchesters Braunschweig einen inspirierenden Abend. Einmal erwies sich Jan als Künstler im Sinne des Wortes, der alles Reden vom Filmkomponisten-als-Dienstleister-oder-allenfalls-„Kunsthandwerker“ Lügen straft, der sich in besonderer Weise mit seinen Projekten identifiziert und von einer großen Leidenschaft für Film(musik)dramaturgie und von einem tiefen Humanismus getrieben ist.

Don Davis & Jan AP Kaczmarek @ BIFF 2017

 

Ein Traum ging schließlich für mich in Erfüllung, als ich auf demselben Festival die Master Class mit Don Davis, dem Komponisten der MATRIX-Trilogie leiten durfte – einen Tag nach der Live-Aufführung seines Scores zum Film. Was soll ich sagen: Es war augen- und ohrenöffnend und der Meister erwies sich als freundlicher und aufgeschlossener Zeitgenosse und als sehr kritischer Geist. Und ich bin jetzt im Besitz einer signierten Partitur eines meiner absoluten All-Time-Favorite-Scores.

Robert Kraft
Robert Kraft, foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne

 

 

 

Ganz sicher nicht vergessen werde ich die Begegnungen mit großen & großartigen Persönlichkeiten wie dem Hollywood-Filmmusik-Urgestein Robert Kraft (was für eine kluger, entspannter Mensch!) oder dem legendären Bruce Broughton, einem ebenso lebensklugen wie tiefenentspannten Gentleman.

Bruce Broughton @ STC 14, foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne
Bruce Broughton @ STC 14, foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne

 

„Nouvelle Vague Polonaise“ auf Polnisch erschienen

Vor ein paar Tagen lag – nach Jahren des Wartens doch etwas unerwartet – die polnische Übersetzung des Komeda-Bandes von Alexandra Wach (HG) mit meinem Komeda-Essay im Briefkasten.

 

Eine Herzensangelegenheit. Schön, dass das Projekt einen guten Abschluss findet.

Nur schade, dass ich meinen eigenen Text nicht mehr verstehe …

Interview zum Tod von Jóhann Jóhannsson

Mit dem Deutschlandfunk habe ich über den viel zu frühen Tod des großartigen isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson gesprochen. Ich war mit Jóhann in der Jury bei Jan AP Kaczmareks TRANSATLANTYK FESTIVAL und hatte das Glück, seinen unfassbaren SICARIO-Score 2017 beim Film Music Festival Krakau live zu hören. Ein tragischer Verlust – menschlich und professionell.  

Auf dem Foto (privat), von links nach rechts: Ray Costa, Jóhann Jóhannsson, MH & DZ, John Ottman, Tim Burden, Michael Price

http://www.ardmediathek.de/radio/Kultur-heute-Beitr%C3%A4ge/Zum-Tod-des-Filmkomponisten-Johann-Johan/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21554344&documentId=49933314

Essay: Krzysztof Komeda – Der coole Melancholiker

Vor wenigen Wochen erschien ein spannender Sammelband im Schüren-Verlag: „NouvelleVaguePolonaise_CoverNOUVELLE VAGUE POLONAISE? Auf der Suche nach einem flüchtigen Phänomen der Filmgeschichte.“ von Margarete Wach (Hg.).

Mein Esssay „Der coole Melancholiker“ schließt den Band ab; es handelt von Krzysztof Komeda, dem großen, zentralen Komponisten des polnischen Films der 50er und 60er Jahre. Ein Text, der mir sehr am Herzen liegt, über einen Künstler, der mir in mehr als einer Hinsicht sehr nahe ist.

2008 habe ich – gemeinsam mit meinem Bruder Andreas – die Musik zu zwei Projekten geschrieben und produziert, die sich eingehend mit Person und Werk Komedas befasst haben und international für Aufmerksamkeit sorgten:
TEDDYBEAR AND LULLABY – DAS LEBEN UND STERBEN VON HLASKO UND KOMEDA, ein Radiofeature von Claudia Buthenhoff-Duffy (SWR, 2008)Komeda-Film
KOMEDA – A SOUNDTRACK FOR A LIFE, ein Filmessay von Claudia Buthenhoff-Duffy (D/PL 2010).

Eine erste Rezension: http://www.hhprinzler.de/2015/12/nouvelle-vague-polonaise/