EU Copyright Directive: Nach der Abstimmung

Ich war wegen einer Klausurtagung ein paar Tage lang unterwegs. Daher schaffe ich es erst jetzt, meinen Gastbeitrag für Heise Online hier zu verlinken, der am Vortrag der Abstimmung im EU-Parlament veröffentlicht wurde.
Ein Rant, ein Versuch, auf den Tisch zu hauen und den Blick auf die hoch manipulative und fast ausschließlich angstgesteuerte Kampagne gegen den Richtlinienvorschlag des Rechtsausschusses  zu lenken. Ich mache mir mittlerweile wirklich große Sorgen um die Debattenkultur und damit zwingend auch um unsere Demokratie, an die ich so sehr glaube und zu der ich keine Alternative sehe. Das ist der Gegenstand des Textes; umso mehr irritieren mich Rückmeldungen wie die, es hätten meinem Text „technische Details“ gefehlt.

Äh, nein.

Ganz im Gegenteil. Die zentralen Techniken der Demokratie und des Rechtsstaats liegen in den Mitteln und Gepflogenheiten des Austauschs, der Kommunikation, des informierten Interessenausgleichs.
Gegen eine Kampagne, die sich selbst immunisiert, indem sie sich einer Framing-Technik (!) wie der Setzung und viralen Verabsolutierung des Begriffs „Zensurmaschine“ bedient, kann man schlechterdings nicht anargumentieren: FÜR Zensur gibt es in einer Demokratie und in unserem Rechtsstaat keine validen Argumente.
Allerdings auch nicht in Artikel 13, denn der hat damit schlicht nichts zu tun. Er hat im Grunde nur den Versuch unternommen, einen längst absolut alltäglichen und vollkommen unverzichtbaren technologischen Status Quo unter bestimmten Bedingungen verbindlich zu machen – und damit gesetzlichen Regeln zu unterwerfen. Regeln, die ganz explizit vorgeben, in welchem Umfang Lizenzüberprüfungen überhaupt was tun dürfen – und was nicht.

Natürlich geht es mir auch um Vergütung. Aber das AUCH ist entscheidend. Die dramatischen Konsequenzen  daraus, dass wir zusehends geltendes Recht online außerkraftsetzen, weil diejenigen, die Expertise für Digitalpolitik  für sich reklamieren, glauben, für diese seien andere Parameter verbindlich als für den Rest der Welt, sind erheblich. Sie sind eine existenzielle Bedrohung für unser Gemeinwesen, für unseren inneren Zusammenhalt. 

Wo kein Diskurs mehr möglich ist, kann keine demokratische Aushandlung mehr stattfinden. 
Wo grobe Vereinfachung hohen Komplexitäten entgegensteht, kann keine seriöse Rechtsgüterabwägung vorgenommen werden.
Wo automatisierte Mailattacken die Server des EU-Parlamanets zusammenbrechen lassen, findet Gewalt statt.
Wo die (angeblich bedrohte) Meinungsfreiheit mit Drohgebärden und Gleichschaltungsmechanismen verteidigt wird, muss man schon ziemlich blind sein, um die Bigotterie des eigenen Verhaltens zu übersehen.

Ob das verstanden wurde? Ich bin mir nicht sicher: von den Anhängern eines zusehends radikalisierten Digitalismus ganz offensichtlich nicht. 
Ich fühle mich aktuell wie nach der Krise einer schweren Krankheit; und ich glaube, es geht sehr vielen fassungs- und ratlosen Kolleginnen und Kollegen genau so. Die totalitären Momente der aktuellen Entwicklungen und Dynamiken sind schwer zu übersehen und noch schwerer zu ertragen.
Wer Kunst und Kultur macht, lebt und liebt, wird sich dagegenstellen –  mit allem, was er hat. Leider ist das bei immer mehr von uns nicht mehr viel. Gerade das hätte die Richtlinie verändern sollen.

Digitaler Feudalismus

 Die Freiheit sei in Gefahr, heißt es. Das Internet, so wie wir es kennen, stehe vor dem Ende und drohe kaputtzugehen. Dabei ist das Internet längst kaputt. Und die Ankündigungen seines Endes seit zwei Dekaden vertraute Folklore. Wenn wir nicht beginnen, das Netz grundrechtskompatibel nach den Prinzipien der Vielfalt und Nachhaltigkeit zu gestalten, geben wir die letzten Reste tatsächlich vorhandener Freiheit auf.

Eigentlich bin ich ja Komponist und Musikproduzent. Zur Zeit jedoch, ist mein Leben voll von unendlichen, sich verzweigenden, gelegentlich verständnisvollen, oft wütend-aggressiven Auseinandersetzungen um den vom Rechtsausschuss des EU-Parlaments verabschiedeten Richtlinienentwurf zur Vereinheitlichung des Urheberrechts im Digitalen Binnenmarkt.

Das Verrückte an der Situation – und ich bitte darum, das Wort wörtlich zu nehmen: es ist etwas verrückt, verschoben, nicht mehr an seinem Platz – ist die offenbar mehr oder weniger unauflösliche Lagerbildung. So fallen alle Befürworter der in Artikel 13 vorgeschlagenen Regel unter den Pauschalverdacht, leichtfertig die Meinungsfreiheit infrage zu stellen – darunter unter anderem die Aktivistinnen und Aktivisten vom PEN-Zentrum Deutschland, die unter größtem persönlichen Einsatz verfolgte Schriftsteller und Journalisten aufnehmen, betreuen, verteidigen: absurd.

Ein Hinweis auf die Blindheit, mit der wir alle – sicher auch ich – durch unsere Kriegsgräbenperspektive geschlagen sind. Von so weit unten kann man kaum einen Überblick gewinnen.

Was aber zwingend nötig wäre, das ist einerseits eine holistische Perspektive. Es geht um viel. Ja, auch um Technologie, um das Netz, vor allem aber geht es doch wohl um die Menschen, die es nutzen, und um gesellschaftliche Räume.

Da wir die Räume unseres digitalen Zusammenlebens über Richtlinien wie diese gestalten, wäre andererseits ein sehr viel sorgfältigerer Blick auf Hintergründe, Strukturen, Details und auch auf tangierte Rechte vonnöten. Selbstverständlich sind Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit nicht verhandelbar; bei allem grundsätzlichen Dissens kann ich in diesem Punkt nur Gemeinsamkeiten zwischen den Lagern erkennen. Gleichzeitig ist die Aushandlung fairer und nachhaltiger Beschäftigungs- und Beteiligungsbedingungen gerade angesichts der nach wie vor weitgehend unregulierten Vormacht supranationaler, oft monopolistischer Infrastrukturanbieter und Intermediäre unverzichtbar und zusehends unaufschiebbar. Gemeinhin wird die Kultur- und Kreativwirtschaft, mit ihrem außerordentlich hohen Anteil an Soloselbständigen, als Experimentierfeld für eine neue, digitale Erwerbswelt betrachtet. Doch die Plattformökonomie schafft Fakten, formt Strukturen, und das oftmals alleine auf Basis renditeorientierter korporatistischer Anliegen und abseits jeglicher Gemeinwohlorientierung.

Es bedarf dringend, unbedingt und umgehend einer entschiedenen verbalen Abrüstung. Denn wer so leichtfertig, wie derzeit zu beobachten, mit einem Begriff wie ZENSUR hantiert, der riskiert, dass der Blick auf tatsächliche, absichtsvolle Zensurbestrebungen, auf den Versuch also, Meinungen und Fakten systematisch und interessengeleitet der Öffentlichkeit vorzuenthalten, nicht scharf genug ist, wenn genau das passiert.

Schließlich, und das ist gewissermaßen eine Art Metakritik, wäre es angebracht, die Perspektiven der unmittelbar Betroffenen nicht auszuklammern. Nach meiner Beobachtung aber ist genau das im vorliegenden Fall auf breiter Front geschehen. Wir sprechen hier über eine europäische Urheberrechtsrichtlinie, und nicht etwa über einen Presseleistungsschutzrecht+Uploadfilter-Erlass. Hand aufs Herz: In wie vielen Artikeln der letzten, aufgeheizten Wochen, ist Ihnen ein „Urheber“ begegnet? Gar zu Wort gekommen? In so gut wie keinem. Weil das alles angeblich viel zu kompliziert ist, um es in einer Öffentlichkeit zu verhandeln (wobei nach meinem Verständnis genau hier, in der Reduktion von Komplexität ohne dabei populistisch zu werden, die von den Presseverlagen behauptete unverzichtbare Aufgabe der Presse läge …) – und weil die Eigeninteressen der Redaktionen, die immer weiter die Mauern zwischen Meldung und Meinung einreißen, viel zu selbstreferenziell sind, um auf das Gewusel am Boden (da, wo es fruchtbar ist) der Kultur- und Medienwirtschaft zu achten. Letztlich haben sich über Wochen und Monate die Redaktionen mit ihren Verlagen auseinandergesetzt (was immerhin ein Beleg für die Redaktionsfreiheit ist) und dabei die Presseveröffentlichungen in Geiselhaft genommen.

Diskursiv passiert zudem etwas Bezeichnendes für den Umgang mit Kultur in Deutschland. Die hat, in der öffentlichen Meinung, immer mehr auch in der Politik und dort zumal im rotgrünen Milieu, stets einen KW-Vermerk. „Kann wegfallen“ aka „muss man sich halt leisten können.“ Dabei war wohl nie in der Geschichte dieser Republik eine lebendige, lust- und kraftvolle, komplizierte, identitätsstiftende Kulturarbeit wichtiger, um manipulativen und populistischen Gleichschaltungsbestrebungen etwas entgegenzusetzen (#meinungsfreiheit). In diesem Klima ist es nach wie vor verpönt, Kultur (rein) in einen Zusammenhang mit Geld (unrein) zu bringen, oder gar mit verbindlichen Rechtsansprüchen wie Lizenzierung und Vergütung …

Der teilweise vergiftete Diskurs findet nicht in luftleeren (oder rechtsfreien) Räumen statt. Es gibt Gesetze, die die Möglichkeit von Kunst und Kultur gewährleisten, solche, die den Zugang sicherstellen und dann die, die sich mit Fragen von Vergütung und Erlaubnisvorbehalten befassen. Schließlich gibt es Regeln auf supranationaler Ebene, wie die EU-Grundrechtecharta oder, nicht zuletzt, die völkerrechtlich verbindliche UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt, die sowohl die EU als auch sämtliche ihrer Mitgliedsländer gezeichnet haben. Letztere übrigens definiert den sog. „Doppelcharakter kultureller Güter“ als eine prinzipielle Eigenschaft; diese seien immer zugleich Güter eines Markts und der Kultur an sich: Vergütung und kulturelles Schaffen bedingen sich gegenseitig.

Verfassungsrechtlich ist das sogar noch konkreter zu fassen. So warnt der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio in seiner verfassungsrechtlichen Studie „Urheberrecht und Kunstfreiheit unter digitalen Verwertungsbedingungen“ (München, C.H.Beck 2018) davor, „Ansprüche und Rechte von Urhebern […] als Ausdruck ‚veralteten‘ Denkens“ (di Fabio S.23) zu begreifen. Es sei seit jeher Aufgabe des Urheberrechts, „einen fortwährenden Ausgleich der unterschiedlichen Interessen von Grundrechtspositionen von Urhebern, Vermittlern, Dienstleistungsanbietern und Nutzern“ (ebd.) zu leisten. „Fester Ausgangspunkt – und nicht etwa beliebiger Abwägungsbelang – bleibt dabei das Herrschafts- und Bestimmungsrecht des Urhebers über sein Werk“ (ebd.), dessen Recht im Übrigen keineswegs nur materiell, also in einem Eigentumsrecht begründet sei, sondern ebenso in dem ihm untrennbar anhaftenden Urheberpersönlichkeitsrecht.

Die „technologie- und renditegetriebene Entwicklung“, so di Fabio, führt „immer mehr zu einer Entrechtlichung der Werkverwertung im Internet und gefährdet verfassungsrechtlich gewährleistete Rechte, Strukturen und Institutionen. […] Der Urheber wird – wenn er nicht Hebel der Rechtedurchsetzung in die Hand bekommt – zu einem in seinem wirtschaftlichen Erfolg ungewissen Destinär, und zwar hinsichtlich der Früchte seines, mit seiner Person verbundenen, indes von anderen mit Wertschöpfung zu ihren Gunsten in Umlauf gebrachten Werks.“ (di Fabio S.24f.) Diese Form der Abhängigkeit aber gefährde ganz konkret die Kunstfreiheit des Urhebers. Nicht grundlos sei im Urheberrecht eine Lizenzierungs- und Vergütungspflicht vorgesehen. Vergütungspflicht und Kunstfreiheit seien untrennbar, so der Verfassungsrechtler di Fabio.

#Bäm.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Wertschöpfung in der Musik, sprich: auf die Mechanismen und Strukturen der Vergütung, denn besonders hinsichtlich YouTube hat die Musikbranche sicher den größten Leidensdruck.

Als Komponist lebe ich im und vom Urheberrecht, und das zu 100 Prozent. Sämtliche Erlöse, die ich mit meinen Werken und deren Aufnahmen erzielen kann, basieren auf Rechtsansprüchen, einen Anspruch auf Arbeitsvergütung – so wie Dienstleister – haben Musikautoren nicht. So gut wie jeder Songwriter arbeitet auf eigenes Risiko: werden seine Werke in relevantem Umfang genutzt, steht ihm eine „angemessene“ Vergütung durch die Werknutzer zu. Um das Werk nutzen zu dürfen, bedarf es im Regelfall einer Nutzungsgenehmigung, d.h. einer (vergütungspflichtigen) Lizenz. Für manche Nutzungen bedarf es auch mehrerer Lizenzen, etwa in allen Fällen, in denen Musik mit Bildern synchronisiert wird. Die Kopplung der Musik mit Bildern ist laut Gesetzgeber eine Bearbeitung – und damit genehmigungspflichtig. Das sog. „Filmherstellungsrecht“ schützt nicht die materiellen Interessen des Rechteinhabers, sondern die Persönlichkeit des Werkschöpfers; es basiert auf dem Urheberpersönlichkeitsrecht, das als grundrechtlicher Anspruch eng verwandt ist mit dem Recht auf Informationelle Selbstbestimmung.

Beim Upload eines Videos auf eine Plattform wie YouTube müssen zwingend mindestens folgende Rechte vorliegen:

  • Das Recht am Werk (Nutzungsrecht, ein oder mehrere Urheber; gibt es beim Urheber oder bei der GEMA),
  • das Recht an der Aufnahme (Nutzungsrecht, Aufnahmehersteller),
  • die Rechte der Interpreten (Nutzungsrecht, Leistungsschutzrecht), zudem
  • das Filmherstellungsrecht (Bearbeitungsrecht, vom Urheber oder der GEMA), welches benötigt wird, um die Musik in ein Video einzubauen.

Hier stellt sich nun die Frage, wer dafür zuständig, d.h. verantwortlich ist, diese Lizenzen zu erwerben. Derzeit sind dies die Uploader, die per AGB zusichern, im Besitz aller notwendigen Rechte zu sein. Man darf getrost davon ausgehen, dass die Mehrzahl aller AGB-Clicks ohne einen Blick auf deren Inhalt vorgenommen wird. Ob gelesen oder ungelesen, ob Vorliegen einer Lizenz oder nicht, tut im Übrigen ohnehin wenig zur Sache, denn in vielen Fällen sind die Inhaber der Nutzerkonten schlicht nicht bekannt oder nicht zu ermitteln (Wegwerf-Mail-Adressen), zumal bei YouTube keine Klarnamenpflicht für Uploader herrscht. YouTube selbst wiederum zieht sich auf die Position eines Infrastrukturanbieters zurück, der als Host Provider lediglich Serverplatz vermittelt und mit den Inhalten nicht zu tun hat. Dass das bislang möglich war, wenn auch wackelig, liegt an einer älteren Ausnahmeregelung der EU, einer Haftungsprivilegierung namens „Safe Harbour“, welche Host Provider solange von der Haftung für die Inhalte auf der Plattform befreit, wie sie keine Kenntnis von Rechtsverstößen haben. Gleichwohl wird gerade YouTube europaweit immer eindeutiger von Gerichten in die Verantwortung genommen – in genau der Richtung, die nun der Rechtsausschuss mit seinem RL-Entwurf einschlägt.

Die Einkünfte musikalischer Urheber stammen laut der Musikwirtschaftsstudie von 2015 zu knapp 60% von der GEMA: für die meisten professionellen Musikurheber (z.B. die Autoren der Songs von Helene Fischer), die eben nicht als Stars T-Shirts und Kaffeetassen verkaufen (Helene Fischer) oder als Musiker Tourneen spielen (der Gitarrist von Helene Fischer), ist das das einzige erzielbare Einkommen. YouTube aber hatte von 2009 bis 2017 keine Lizenz der GEMA und bestreitet bis heute die Verpflichtung eine haben zu müssen. Und das als mit Abstand größter, umfassendster und reichweitenstärkster Musikverwerter der Welt.

Es findet also Wertschöpfung statt, sogar in erheblichem Umfang, ohne dass diejenigen, mit deren Werken das Geld erwirtschaftet wird, an den Erlösen beteiligt werden. Ein Unding, und das zumal angesichts des unbegreiflichen Nutzungsumfangs, welcher Wettbewerbsnachteile für alle nach den Regeln spielenden Akteure im Markt bedeutet – und die komplette Ausblutung für Urheber und Interpreten, deren Primärmärkte aufgrund der freien Verfügbarkeit ihres Repertoires bedeutungslos werden … Die britische Musikbranche hat 2017 von YouTube insgesamt die Hälfte der Summe erhalten, die sie mit Vinyl (!) erlöst hat! Das sollte helfen, den Regulierungsgegenstand von Artikel 13 ein wenig zu dimensionieren, die als Value Gap bezeichnete strukturelle Wertschöpfungslücke.

 Nun wird es viele geben, die sagen: Moment mal, aber wir wissen doch, dass es in der Musikwirtschaft alles andere als fair zugeht („… man hört ja so einiges“, sagte mir neulich allen Ernstes ein Jurist).
Danke für Ihre Fürsorge. Ja, ich höre auch so einiges; manches davon stimmt, vieles ganz sicher nicht oder nicht so, aber: Darum geht es hier nicht. Was nicht reinkommt, kann auch nicht verteilt werden – noch nicht einmal unfair. Allein darum geht es: Um die längst überfällige Beendigung eines parasitären Geschäftsmodells.

Die Plattformbetreiber in der Plattformökonomie garantieren keine kulturelle oder Meinungsvielfalt; sie gewähren Zugang nur zu ihren Bedingungen, Gestaltung erst Recht, sie erheben Daten in unbegreiflichen Umfängen, ohne von sich aus Rechenschaft abzulegen, sie zahlen nur unter Druck und dann schlecht (und im Falle von YouTube nie ohne NDA, sie entrichten kaum Steuern, sie verändern das gesellschaftliche Klima, ohne sich staatlichen und gesellschaftlichen Regeln und Prozessen zu unterwerfen. Im Gegenteil: Die Einflussnahme der GAFA-Giganten auf demokratische Prozesse ist vielfach beschrieben; nie war der Lobbydruck auf die Politik höher als im Zeitalter der Plattformen. Eindrucksvoll lässt sich das nachvollziehen anhand der DSGVO, deren parlamentarischen Weg die Kinodoku DEMOCRACY begleitet hat.
Der Lobbyansturm in der aktuellen Situation ist ungleich größer …

Der digitale Feudalismus gerät außer Rand und Band. Alleine schon deshalb ist es im Allgemeinwohlinteresse, an so zentraler gesellschaftlicher Stelle regulierend einzugreifen und den Plattformen ihre Grenzen aufzuzeigen. So wie im Datenschutz, im Steuerrecht, in den Bereichen Fake News und Hate Speech geschehen und im Medienrecht in Vorbereitung.

Dass dabei Angst vor Kollateralschäden entsteht, ist nachvollziehbar. Immerhin geht es um Eingriffe in einen Lebensraum – und um die absehbare Schmälerung von Gewohnheitsrechten. Worum es aber, anders als vielfach behauptet, kaum geht, sind Eingriffe in die Grundrechte der User. Artikel 13.1 des Richtlinienentwurf nimmt dazu explizit Stellung, indem ein Ausgleich zwischen den Grundrechten der User und der Rechteinhaber gefordert wird – ganz so wie im Urheberrecht ohnehin vorgesehen.

Der in Artikel 13 vorgesehene urheberrechtliche Mechanismus lässt sich in etwa folgendermaßen zusammenfassen: Die Tätigkeit der Plattformen wird als „communication to the public“ (quasi eine „öffentliche Wiedergabe“) definiert. Die Betreiber haften damit für die vorgehaltenen Inhalte und sind lizenz- und vergütungspflichtig. Der vorgesehene Weg einer umfassenden und rechtssicheren Lizenzierung ist der Erwerb einer weitreichenden Pauschallizenz bei einer zuständigen, staatlich beaufsichtigten Verwertungsgesellschaft, so wie im Rundfunk üblich und erprobt. Sollte eine solche Pauschallizenz nicht vorliegen, muss der Provider durch „geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen“ den Schutz der Werke gewährleisten. Es gibt im Richtlinienentwurfstext keinen expliziten Hinweis auf eine Verbindlichkeit von Uploadfiltern; der Begriff taucht nicht auf. Gleichwohl ist die Installation automatisierter Systeme zur Werkerkennung ein plausibles Szenario zur Umsetzung einer unter bestimmten Bedingungen möglichen Prüfpflicht.

Genau hier setzt die Sorge vor der Installation umfassender und mächtiger, weil weitgehend autonomer Kontroll- und Überwachungsmechanismen ein. Besonders wird bemängelt, dass das Filtersystem

  • wenig bis gar nicht transparent sein könne (anhand welcher Datenbestände sollen Detektionen stattfinden?),
  • nicht in der Lage sein könnte, zuverlässig zwischen Original, Zitat und Parodie zu unterscheiden, (Overblocking),
  • Basis und Ausgangspunkt für weiterreichende Überwachungsmechanismen sein könne und so zum Grundstein eines …
  • Zensurapparats werden könnte, zumal es ja …
  • in die Hände von Privatunternehmen gelegt werde: Privatisierung der Rechtsdurchsetzung!

Beginnen wir mit der Privatisierung der Rechtsdurchsetzung: Mit Verlaub, das ist Unsinn – oder eine Nebelbome. Amazon und eBay werden als Plattformanbieter immer wieder und immer deutlicher für das Agieren ihrer Händler in Haftung genommen; höchstinstanzliche Gerichte erlegen Plattformen Prüfpflichten auf …: der Betreiber muss seinen Laden sauber halten: das ist selbstverständlich. Der Staat greift dann ein, wenn der Betreiber seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Wäre es denn erstrebenswert, dass der Staat ein Filtersystem betreibt: auf einer privaten Plattform und mit Zugriff auf die private Kommunikation von Abermillionen von Menschen? Eine absurde Idee. Und das umso mehr, als es eine klare Nähe zwischen dem Zensurbegriff und staatlichen Eingriffen gibt.

In der Abwägung tangierter Rechte muss man genau hinsehen: Die Rechte der Urheber habe ich weiter oben umrissen. Zu den Rechten eines jeden Bürgers gehört neben dem Recht auf freie Meinungsäußerung etwa das Zitatrecht; weitere Rechte sind in den sogenannten Schrankregelungen kodifiziert. Es stellt sich die Frage, inwieweit diese Rechte tatsächlich im konkreten Szenario des Uploads von Inhalten auf YouTube berührt werden, denn eines sollte man sich klar machen: Die zur Diskussion stehenden Plattformen sind privatwirtschaftliche Unternehmen, üblicherweise mit Unternehmenssitz in anderen Ländern. Wer auch immer als User oder Uploader ihre Dienste in Anspruch nimmt, hat keinerlei Recht auf ihnen irgendetwas zu tun. Es gelten die „Community Standards“ des Anbieters, das Hausrecht, gewissermaßen. Viele User-Uploads sind zudem schlicht und ergreifend – heute schon und nach geltendem Recht – illegal. Hier braucht man nach einem Recht der Nutzer gar nicht weiter zu gucken: es gibt keines. Die Meinungsfreiheit wäre demnach erst dann tangiert, wenn ein Inhalt tatsächlich aufgrund einer Meinung bzw. eines nicht genehmen Inhalts gesperrt würde. Da aber genau das erstens nicht vorgesehen und zweitens sogar im RL-Text untersagt ist und zudem, drittens, ein staatliches Eingreifen zur Gewährleistung der grundrechtlichen Meinungsfreiheit anstoßen würde, ist das Beharren auf diesem Aspekt nicht sonderlich seriös.

Hier lohnt es sich, einen Blick auf die User-bezogenen Aspekte des Artikels 13 zu werfen. Der Regelungsvorschlag des Rechtsausschusses vom 20.Juni liegt seit Montag, 02.Juli in englischer Sprache im Volltext vor [http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=REPORT&mode=XML&reference=A8-2018-0245&language=EN]. Er weist bei schneller Durchsicht einige Veränderungen („Amendments“) zur vorherigen Entwurfsversion auf, die insbesondere auf den Schutz der User abzuzielen scheinen:

  • [-1] Die Plattform haftet für User Uploaded Content, sofern dieser nicht von einem kommerziellen Anbieter oder vom Rechteinhaber persönlich hochgeladen wurde.
  • [1] Nicht-rechtsverletzende Inhalte sollen explizit verfügbar bleiben. (=> Dadurch würde Overblocking gewissermaßen unzulässig.)
  • [1 & 1b] Die geeigneten und verhältnismäßigen Maßnahmen (es sind keine Uploadfilter spezifiziert!), welche den Schutz der Werke gewährleisten sollen, müssen einen Ausgleich schaffen zwischen den Grundrechten der User und der Rechteinhaber. (=> lässt sich auch gegen Overblocking anbringen.)
  • [1b] Dabei soll keine grundsätzliche Überwachung („monitor“) übertragener oder gespeicherter Informationen implementiert werden. (=> kein Überwachungsapparat, sondern eine Prüfung auf lizenzrechtlichen Status Quo.)
  • [2] Die „content sharing service provider“ müssen effiziente und schnelle Beschwerde- und Entschädigungsmechanismen schaffen, um Missbrauch oder Beeinträchtigungen in der Umsetzung vorhandener Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts zu vermeiden. (=> klar Anti-Overblocking.)
  • [2] Im Beschwerdefall müssen unverzüglich klare und nachvollziehbare Begründungen für Sperrung vorgelegt werden. (=> Transparenzverpflichtung & Anti-Overblocking.)
  • [2] Im Zusammenhang der geforderten Maßnahmen dürfen keine Personen identifiziert und keine personenbezogenen Daten erhoben werden. (=> keine Überwachung.)
  • [3] Vorgesehen ist die Einrichtung von „Stakeholder Dialogen“ unter Teilnahme der Provider, der User und der Rechteinhaber … „to define best practices for the implementation of the measures referred to in paragraph 1 in a manner that is proportionate and efficient, taking into account, among others, the nature of the services, the availability of technologies and their effectiveness in light of technological developments.“ (=> Transparenz und Einbezug.)

Ganz ehrlich: Das klingt, alles in allem, nicht nach selbstlaufendem Überwachungsapparat, sondern nach vergleichsweise viel Transparenz und Vorsorge – inkl. Einbezug der User.

 

Was ich verblüffend finde: Es gibt doch offenbar eine große Deckungsgleichheit in der Anerkennung struktureller Missstände und im Bedürfnis daran etwas zu ändern. Eigentlich will jeder, dass Künstler an ihr Geld kommen. Zumindest sagt es jeder … Wenn es dann aber konkret wird, dann sind immer andere Aspekte wichtiger. Beispielsweise die abstrakte Befürchtung, ein Prüfmechanismus könnte missbraucht werden, um noch anderes zu prüfen.

Nur: Auf gerade den Plattformen, um die er hier ausweislich der RL ausschließlich geht, GIBT es diese Strukturen längst, und das absolut verbindlich, denn die Plattformen sind schon heute verpflichtet, das Wiederauftauchen eines schon einmal lizenzrechtlich gesperrten Inhalts zu vermeiden. Juristisch: Würde YouTube kerngleiche Rechtsverletzungen nicht durch ContentID detektieren und verhindern, würde die Plattform vom „Störer“ zum „Gehilfen“ – und in die volle Haftung geraten. Bislang agieren die Filter im Verborgenen, mehr oder weniger ohne Möglichkeit, sich gegen sie zu wehren. Mit der RL aber gäbe es erstmals einen Rechtsanspruch GEGEN Fehlentscheidungen. Das wäre doch komplett im Sinne aller User und Uploader, solange sie legal agieren, versteht sich. Damit könnte man auch den mutmaßlich fehlerhaft „Pink Stinks“ zu ihrem Recht verhelfen, und das sogar „effizient und schnell“. Anders gesagt: Bislang hat niemand von uns irgendein Recht, irgendetwas zu tun auf den Plattformen. Mit der RL hätten wir ein Recht, etwas zu fordern. Wir alle. Erstmals.

So betrachtet, scheint mir der argumentative Bezug zur Meinungsfreiheit und zur Sorge vor „Zensur“ (geht’s nicht ne Nummer kleiner?) im konkreten Zusammenhang geradezu bizarr. Wie gesagt: Wir sprechen hier ja nun mal nicht von der ZDF Mediathek oder einer NRW-Bürgermedienplattform. Sollten dort systematisch Meinungen unterdrückt, Fakten verschwiegen werden, wäre das Zensur. Auf YouTube gilt halt Hausrecht – zumindest, solange wir die Richtlinie nicht durchkriegen.

Sollte die Richtlinie durchkommen, dann wird sie sicherlich abgeschliffen sein und an vielen wesentlichen Stellen unscharf. Das ist das Ergebnis des massiven Lobbyandrangs und vieler Kompromisse; das wissen wir nicht erst, aber besonders seit der DSGVO, die wirklich toll hätte werden können … eigentlich. Auf die daraus sich ergebende (vorübergehende) Rechtsunsicherheit für alle Akteure wird vielfach hingewiesen. Wie sollte ich dem widersprechen; das Problem ist offensichtlich. Aber es ist schlicht und sehr ergreifend der Zustand unserer Demokratie, der hier seinen Ausdruck findet. Damit müssen wir umgehen. Es ist ja beileibe nichts Neues, dass auf Eingriffe in die erprobten Mechanismen des Netzes zunächst Verunsicherung folgt, dann eine unbeliebte Phase des Richterrechts – und schließlich Rechtssicherheit.

Schlussendlich geht es um eine Güterabwägung. Um die Betrachtung verschiedener Rechtsgüter, um die mehr oder minder berechtigten Interessen von Mehr- oder Minderheiten, um digitale Kulturtechniken, um einen öffentlichen Raum, der bislang nicht nach öffentlichen Regeln funktioniert – und um die Beendigung eines unethischen, parasitären Geschäftsmodells, das so gar nicht zu der blumigen Vorstellung vom freien, gleichen Netz passen will, das hier verteidigt werden soll. Und, ja, es geht um Kunst- und Meinungsfreiheit, diese für unsere Identität so fundamentalen Güter.

Worum es nicht geht, was wir uns wirklich verbieten sollten in diesem Gebrüll, das so gerne eine Debatte wäre: um Zensur. Denn die findet statt, vor unserer Haustür, bei unseren Nachbarn. Der ORF beispielsweise – immerhin eine deutschsprachige öffentlich-rechtliche Plattform – soll dieser Tage gleichgeschaltet werden. Von oben und als ganz offensichtlicher Eingriff in die Meinungs- und Pressefreiheit: Dem müsste unser Aufschrei gelten! Ein lauter und gemeinsamer, wohlgemerkt.

Apropos Gemeinsamkeit: Sollten wir uns im Zuge der Güterabwägung darauf verständigen, dass wir die existenziellen Sorgen der Urheber und Interpreten anerkennen, müssten wir deswegen, wie gezeigt, die Ansprüche der User keineswegs aufgeben. Sie bekämen ja erstmals solche zugestanden.

Gemeinsam könnten wir auf dieser Basis überlegen, wie wir es hinbekommen, das Internet zu einem faireren Ort zu machen und zugleich die Filtertechnologien so weiterzuentwickeln und zu optimieren, dass sie unseren Ansprüchen genügen. War das nicht eigentlich das Versprechen des Netzes als eines sozialen Orts: Dass alle zu ihrem Recht kommen – und uns die Technik dabei hilft?!

Was hingegen – schon aus Gründen der Logik – nicht infrage kommt, ist, dass wir als Gesellschaft Technologien, die längst und verbreitet im Einsatz sind, diskursiv dafür missbrauchen, die missliebigen, aber immerhin grundrechtsbasierten Ansprüche einer lästigen Gruppe von Verfechtern des Geistigen Eigentums zu delegitimieren und abzuschmettern. Wer so argumentiert und agiert, sollte sich besser nicht auf die Idee von Freiheit berufen: Man könnte es ihm als den Ruf nach Vergütungsfreiheit auslegen. Als Gewohnheitsrecht.

Das Ende des Internets? Eine Reaktion

LESERBRIEF | Deutschlandfunk Kultur
zum Gastkommentar

Zeitenwende
Das Ende des Internets, wie wir es kennen
Wikileaks, Piratenpartei und die wilden Onlinejahre sind vorbei. Stattdessen diskutieren wir über Upload Filter und die Datenschutzgrundverordnung. Dafür gebe es gute Gründe, aber die Regulierung habe auch ihren Preis, meint der Informatiker Enno Park.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/zeitenwende-das-ende-des-internets-wie-wir-es-kennen.1005.de.html?dram:article_id=421563

Köln, 29.06.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezugnehmend auf o.a. Artikel möchte ich meiner Verwunderung Ausdruck verleihen. 

Ganz offensichtlich fügt dieser Text der Debatte nicht einen einzigen neuen Aspekt hinzu. Er beleuchtet nichts aus einer anderen Perspektive. Und er bildet unwahre Behauptungen ab, die ersichtlich mehr oder weniger im Wortlaut aus den sattsam bekannten Kampagnentexten zum Thema stammen. Das Ganze reichweitenwirksam mit einer dystopischen Headline versehen: Das ist beschämend, auch wenn Sie mir nun entgegnen werden, es handele sich hier ja um eine namentlich kenntlich gemachte Einzelmeinung. 

Es mag Ihnen nicht bewusst sein, aber bei diesem Richtlinienentwurf geht es ums Urheberrecht – und mithin um die legitimen Rechte der Urheber*innen.
Mit dem Richtlinienentwurf sollen die Schöpfer der Werke, auf deren Verwertung sämtliche Infrastrukturen im Netz aufgebaut sind, darunter die Plattformen wie YouTube etc., erstmals einen einklagbaren Anspruch auf „angemessene“ Beteiligung an der Erlösen der Verwertung erhalten. Den Plattformen wird eine Verantwortung für die Nutzung der Inhalte zugewiesen, die die Verpflichtung zur Lizenzierung und Vergütung enthält. 

Sie können dieser Verpflichtung auf zwei Arten nachkommen: Entweder ergreifen sie „angemessene und verhältnismäßige“ Maßnahmen, die es erlauben festzustellen, ob überhaupt eine Lizenz vorliegt. Wenn nämlich keine Lizenz vorliegt, darf das entsprechende Werk auch nicht durch die Plattform monetarisiert werden.

Oder sie lizenzieren selbst umfassend pauschal bei den staatlich legitimierten Verwertungsgesellschaften. Damit wären zugleich unverzichtbare Einzellizenzen wie das sog. „Filmherstellungsrecht“ verbunden, ein Recht, das zwingend erworben werden muss, will man irgendeine Musik mit irgendeinem Bild synchronisieren.

Letzteres ist ein erprobtes System – beispielsweise in Ihrem Hause. Mit einer solchen Regelung wäre für die Rechteinhaber eine Vergütung im Nutzungsfalle und für die Werknutzer Rechtssicherheit gewährleistet.

Diese Prüfpflichten sollen im Übrigen nur größeren Plattformen auferlegt werden, während einer der lautesten Ankläger, die Wikimedia, laut Artikel 2 sogar explizit davon ausgenommen sein soll.

Das müssen Sie sicherlich nicht alles im Detail wissen und verstehen, doch scheint mir, es wäre die Aufgabe einer öffentlich-rechtlichen Redaktion, keine tendenziösen, verkürzenden und schlechterdings falsch informierten Meinungen zu befördern.

Wenn Herr Park kurzerhand erklärt, es habe im Netz nie einen rechtsfreien Raum gegeben – und dabei auch noch in Richtung Abmahnungen (welche sich in der kritisierten Form immer an Privatpersonen richteten, was hier ja gerade vermieden werden soll) verweist, dann belegt das einfach nur, dass er sich eben nicht – wie im Text behauptet – „ernsthaft damit beschäftigt“ hat.
Hätte er das getan, dann wüsste er um die Drastik der fast vollständigen faktischen Enteignung der gesamten Musikbranche – einschließlich unendlich vieler Einzelkünstler*innen, deren Namen niemand kennt – durch YouTube. Dann wüsste er um die dramatischen Effekte der Piraterie für die Filmwelt und den Gamesmarkt. Er wüsste einzuschätzen, dass Schauspieler*innen, Drehbuchautor*innen, Regisseur*innen oft mit Fassungslosigkeit davon berichten, in welchem Umfang ihre Arbeit online verwertet, d.h. zu Geld gemacht wird, während sie von dem erwirtschafteten Geld nicht einen Cent erhalten. Von Fotograf*innen ganz zu schweigen.

Dabei sind Urheber*innen und Interpret*innen zu wesentlichen Teilen auf Nutzungsvergütungen angewiesen, um von ihrer Arbeit leben zu können.

Wir haben es mit einer längst und umfassend empirisch belegten systematischen Schieflage zu tun, mit einer Regelungslücke, deren Effekte als „Value Gap“ (Wertschöpfungslücke) bezeichnet werden. Diese Regelungslücke erlaubt es den Plattformbetreibern, sich auf die Position eines Festplattenvermieters zurückzuziehen: „Was haben wir denn mit den Inhalten zu tun?!“

Hier geht es ganz konkret um die kleinsten, schwächsten Einheiten dieses Marktes, allen voran die Urheber*innen und Interpret*innen der auf den Plattformen massenhaft vorhandenen Musik, denen allmählich die Luft zum Atmen ausgeht.

Es ist geradezu zynisch, das nicht zur Kenntnis zu nehmen in einem Text über gerade dieses Regulierungsvorhaben.
Es ist weder volkswirtschaftlich noch kulturell sinnvoll, davor die Augen zu verschließen. Denn wir haben es hier mit Hunderttausenden Betroffener zu tun, deren Werke genutzt werden, die dafür aber nicht vergütet werden.

Nun steht das Wort UPLOADFILTER im Raum – und damit das Ende des Internets.
Hier wäre Herr Park gut beraten gewesen, sich ein wenig zu informieren – über
– das Regulierungsvorhaben (s.o.)
– die gängigen Gepflogenheiten im derzeitigen Netz.

Denn dies ist VOLL von Uploadfiltern. Nur: Niemand merkt’s. Weil es das Netz eben nicht zerstört, sondern funktional macht.
Wie, glauben Sie, wird gewährleistet, dass auf YouTube und Facebook keine Brustwarzen zu sehen sind? Algorithmen.
Und warum ist das so? YouTube gehört … nun, YouTube. Aber eben nicht uns.

Die Plattformen sind privatwirtschaftlicher Raum; niemand von uns hat irgendeinen Anspruch darauf, an diesen digitalen Orten irgendetwas tun zu dürfen. Es gilt dort das Hausrecht, es gelten die „Community Standards“ des Inhabers. Wir sprechen hier nicht von einem öffentlichen Marktplatz. Umso idiotischer ist die Rede von „Zensur“. 

Zensur ist als staatlicher Eingriff definiert, hier aber wird ganz explizit einem privatwirtschaftlichen Unternehmen eine Haftung bzw. Verantwortung inkl. eigenverantwortlicher Prüfpflicht auferlegt. Wenn man dann noch berücksichtigt, wie konkret die Grenzen möglicher Filtersysteme im Richtlinienentwurfstext niedergelegt werden, dann bleibt nur noch ein Fazit: Unsinn.  

Um zum Schluss ein paar weitere Irrtümer aufzuklären:
Framing für Presseartikel bleibt erlaubt und man darf getrost auch weiterhin Texte verlinken.
Wikipedia ist von der Filterpflicht ausgenommen.
Eingriffe in Grundrechte – und die Meinungsfreiheit ist fraglos eine besonders wesentliche darunter – sind laut Richtlinie ausgeschlossen.
Schrankenregelungen bleiben von der Richtlinie unberührt. Man darf also auch weiter zitieren und parodieren. Ob das immer fehlerfrei funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Das ist aber auch bei Softwareimplementierungen nicht anders, die Herr Park sinnvoll findet. 

Im Übrigen wird in der Richtlinie auf die Notwendigkeit der Einrichtung und Erreichbarkeit von Schiedsstellen und Gerichten verwiesen.

„Das offene Internet wie wir es kennen“, Herr Park, ist eine nostalgische Illusion. Das ist angesichts von Trump und AfD, Hate Speech und Fake News, Kindeporno- und Enthauptungsvideos, Steuerflucht und Cybercrime, Datenmissbrauch und privatwirtschaftlicher Big Data-Komplettüberwachung ganz offensichtlich. Dieses Netz hat seine Unschuld schon vor langer Zeit verloren.
Das Internet der Gegenwart ist eine zutiefst korporatistische Angelegenheit, die jenseits nationaler Grenzen und damit jenseits der Rechtsräume die Regeln unseres Zusammenlebens, unserer Arbeit und Kommunikation, die Narrative über unser Gemeinwohl („don’t be evil!„) in eine überwiegend renditeorientierte Alleinherrschaft verschiebt. Winner takes all … Ich nenne das Digitalen Feudalismus. 

Wer sich aus nostalgischer Verbohrheit gegen Regulierung im Sinne des Gemeinwohls wehrt, der macht sich schuldig.

Wer jetzt, in Unkenntnis des konkreten Regelungsgehalts, diffuse Ängste schürt und eine zukunftsweisende, vielfaltssichernde und dabei verhältnismäßige Regulierung des digitalen Raums verhindert, der verkennt, dass die Regeln, die das EU-Parlament im Sinne der Rechtssicherheit aller Beteiligter vereinheitlichen will, längst, Schritt für Schritt, von Gerichten europaweit durchgesetzt werden – als Stückwerk. Die nächste Chance für eine gesamteuropäische Lösung dürfte frühestens in zwei Jahren möglich werden. Die einzigen, die von einem solchen Aufschub profitieren, werden die Plattformen sein, die ggf. zwei weitere Jahre lang ihr Geld mit den Leistungen der Kulturschaffenden erwirtschaften können. Für lau. 

Tolle Freiheitskämpfer: Kämpfer für Vergütungsfreiheit.

#vote4jurireport
#stopdigitalfeudslism
#makeinternetfair
#ValueGap
#TransferOfValue

Referenzen

Referenzen KOMPOSITION


KLOSTERKÜCHE
Doku-Reihe NDR Fernsehen ab 2018  | Titelmusik & Score
Regie: Cornelius Kob | Redaktion: Anja Würzberg

=  2016 & 2017  s e n d e p a u s e  =

Intl. Filmfest Braunschweig Kinotrailer 2015
Komposition & Produktion

WDR / KiRaKa Das Buch der Verwandlungen. Buch 2: THESEUS UND DER MINOTAURUS
Kinderhörspiel, WDR 2015 | Ursendung 24.April 2015, WDR5
Buch: Karlheinz Koinegg (nach den Geschichten des Ovid) | Regie: Thomas Werner
Komposition, Produktion, Einspielung: Matthias Hornschuh
Cello: Philipp Matthias Kaufmann | Fagott: Andreas Weidinger

Utta Danella – LIEBE KOMMT NACH DEM FALL
Bavaria für Degeto / ARD | Fernsehfilm, 2015 | Regie: Peter Stauch
Komposition: Helmut Zerlett & Matthias Hornschuh

Utta Danella – MUTTER AUF STREIFE
Bavaria für Degeto / ARD | Fernsehfilm, 2015 | Regie: Jan Rusicka
Komposition: Helmut Zerlett & Matthias Hornschuh

WARUM ICH MEINEN BOSS ENTFÜHRTE
Degeto/NDR für ARD/Das Erste | Fernsehfilm, 2014 | Regie: Peter Gersina
Musik: Andreas Weidinger | Additional Music: Matthias Hornschuh

EUROPAMAGAZIN 2014 | Redesign des ARD-Magazins
Überarbeitung, Komposition & Produktion aller musikalischen Verpackungselemente auf Basis des alten AudioDesigns (Andreas & Matthias Hornschuh, 2004) | SWR/WDR für ARD/Das Erste

DIE STAATSAFFÄRE
Producers at Work / Sat1 | TV-Movie D 2014 | R: Micky Rowitz
Musik: Helmut Zerlett & Matthias Hornschuh

THE ROAD TO ALEPPO / DER WEG NACH ALEPPO
Spielfilm D / Syrien 2014 | Prod.: Segeler & Borowski | Buch & Regie: Shiar Abdi
Musik: Bernd Keul, Memo Gül, Raimund Koboth, Matthias Hornschuh

EU-Wahl 2014 | Werbespot für die Beteiligung an der EU-Wahl
Lobocito Film, Berlin, Janine Baumeister, im Auftrag des Landes Brandenburg

SOUNDTRACKS DER SEELENSCHÄDEN – KLÄNGE AUS DER TRAUM(A)FABRIK
WDR 3 Open „FreiRaum“, Redaktion: Markus Heuger
von und mit Matthias Hornschuh, Dezember 2013.
Mit Jörg Gerle, Mario Giordano und Dr. Johannes Odendahl.
Ursendung 14.12.2013, 23:05.

IRONCLAD: BATTLE FOR BLOOD
Feature Film, USA 2013, Dir: Jonathan English
Mythic International Entertainment in association with International Pictures One in association with Gloucester Place Films
Composer: Andreas Weidinger | Matthias Hornschuh: Additional Music & Ambient Drone Design | Soundtrack erschienen bei Media Recordings intl.

SoundTrack_Cologne 10: Kinotrailer
Remix des STC Signets (komponiert von A & M Hornschuh, 2000)

WALIBI – Outdoor Music, 2013
WALIBI, Frankreich / Belgien / Niederlande
Rund 40 Minuten neuer Musik für die französischen WALIBI-Parks.
Ganz neu: die FABOULUS AREA.

MEINE BESCHNEIDUNG
Kurzspielfilm, D 2013 | NEUE ZEIT Film (mit Uludag & Arne Ahrens) in Kooperation mit SWR  | Regie: Arne Ahrens, Buch: Arne Ahrens & mit Uludag.
Musik: Matthias Hornschuh, additional Music: Tobias Häußler.

ABSEITSFALLE / OFF SIDE TRAP
Spielfilm (Kino), D 2012
Ester-Reglin-Film (Roswitha Ester & Torsten Reglin) mit SWR/Arte
Buch: Beatrice Meyer, Regie: Stefan Hering
Komposition: Matthias Hornschuh | Tonmeister & Assistent: Tobi Häußler
Musiker: Jeff Brück (Gitarren), Mimi Welldirty (Gesang), Bernd Keul (Kontra- & E-Bass) Tobi Häußler (Bass, Gitarre, Programming), Gunther Gerl (Add. Programming, Produktion Yes We Wash!), Matthias Hornschuh (Gitarren, Geige & Bratsche, Bässe, Mandoline & Mandorla, Klavier, Keyboards, Programming)

WALIBI – Outdoor Music, 2012
WALIBI, Frankreich / Belgien /Niederlande
Rund 90 Minuten neuer Musik für die sog. „AREAS“ der französischen WALIBI-Parks.

JACKY & GRIMM
5teilige Kinderhörspielreihe, WDR 2012.
WDR (Bärenbude), Red. Ulla Illerhaus, Regie Christoph Pragua.
Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh

BIONIK RÜSSEL
Sachgeschichte (6\‘) von Sarah Winkenstette, WDR 2011
WDR / Die Sendung mit der Maus, Red. Matthias Körnich, Prod. Matthias Wegmann, Köln

SOMMER SPÜREN
D 2011, Kurzspielfilm von Svenja Wiese | lutzfilm, Prod.: Phlipp Lutz
Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh

WALIBI – Outdoor Music
WALIBI, Frankreich / Belgien /Niederlande
2011, Orchestral Scores für die WALIBI-Freizeitparks in den Niederlanden, Belgien, Frankreich. Ca. 90\‘ Musik, komponiert, arrangiert & produziert von Matthias Hornschuh, 2011. | Ergänzende Themen-Variationen & Orchesterarrangements für die WALIBI-Parks in Frankreich, 2011.

GEKIDNAPPED
D 2011, Kurzspielfilm von Sarah Winkenstette
KHM / Orange Roughy Filmproduktion, Prod: Corinna C. Poetter
Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh (zusätzliche Bässe, Bernd Keul, Klarinette: Stefan Döring)

STUARTS CAPE
WDR (Bärenbude), Red. Ulla Illerhaus, Regie Christoph Pragua.
9teilige Kinderhörspielreihe nach Sara Pennypecker, WDR 2011. Auf WDR5 ab dem 17.April 2011. |Musik komponiert & produziert von Matthias Hornschuh (Bass: Bernd Keul)

KOMM UND HOL MICH
D 2011, Kurzspielfilm von Arne Ahrens (Buch/Regie/Schnitt)
kontrastfilm, Mainz, Produktion: Thomas Vollmar
Musik: Matthias Hornschuh | Uraufführung @ Festival Max-Ophüls-Preis 2011

ZOMBIES
D 2010, Kurzdoku von Stephan Sorkin | Sorkin Film, Prod. Stephan Sorkin
Musik: Biber Gullatz & Matthias Hornschuh

MOKOENA MOVING
Hörstück von Matthias Hornschuh & Manfred Müller, WDR 2010
WDR3 Studio Akustische Kunst, Red. Markus Heuger
Komposition: Matthias Hornschuh | Ursendung am 10.06.2010 auf WDR3.

KOMEDA – A SOUNDTRACK FOR A LIFE / KOMEDA – SOUNDTRACK FÜR EIN LEBEN
D 2010, 52′, Musik-Doku von Claudia Buthenhoff-Duffy (Buch & Regie)
Producer Julian Benedikt / Benedikt Pictures in co-production with Wojciech Szczudlo / Studio Filmowe Kalejdoskop, Warsaw, Poland; WaveLine, Berlin; participating channels ZDF/Arte, leading commissioning editor Christopher Janssen, TVP2, DR, SF, YLE
Originalmusik: Krzysztof Komeda | Filmmusik: Andreas & Matthias Hornschuh
Ausgezeichnet mit dem FIPA D\’ARGENT 2010 @ FIPA Biarritz
Premiere @ SoundTrack_Cologne 6.0
Wettbewerb Filmfestival Triest 2010

DER MAGISCHE UMHANG
D 2009, Kurzspielfilm von Claudia Reinhard (Buch/Regie)
ifs Köln | Regie: Claudia Reinhard, Prod.: Philipp Lutz
Musik: Matthias Hornschuh | Premiere @ Filmfestival Max-Ophüls-Preis, Saarbrücken 2010

CYBERCHONDER
Hörspiel von Matthias Kapohl, WDR 2009
WDR (1Live / WDR3), Red. Natalie Szallies, Buch/Regie: Matthias Kapohl
Ursendung: 9.6.09, 1Live

TEDDYBEAR & LULLABY – DAS LEBEN UND STERBEN VON HLASKO UND KOMEDA
Radio-Feature von Claudia Buthenhoff-Duffy, SWR 2008.
SWR 2 (Literatur), Red. Dr. Walter Filz
Feature-Produktion, Tondramaturgie & Sounddesign, Komposition.
Ursendung: SWR2, Sonntag, 22.03.2009, 14.05 bis 15.00 Uhr

Günther Eilemann-Medley
WDR Fernsehen / Unterhaltung
Orchester-Playback für den Auftritt des Jugendchors St. Stephan bei der Karnevalsausgabe der WDR-Show So lacht NRW.

WIE MAN UNSTERBLICH WIRD
2teiliges Hörspiel von Karlheinz Koinegg nach dem Roman von Sally Nicholls, WDR 2009
WDR (Red. Lilipuz), Angeli Backhausen (Regie)
VÖ im April 2009 als Hörbuch bei IGEL RECORDS
Auszeichnungen & Nominierungen:
– Deutscher Hörbuchpreis 2010
– Auditorix 2009
– Kinderhörspiel des Monats Juli 2009 @ hr2 Bestenliste
– Lobende Erwähnung der Jury beim Dt. Kinderhörspielpreis 2009
– Hörspiel des Monats Juni 2009 des \“Instituts für angewandte Kindermedienforschung\“ an der HDM Stuttgart und der STIFTUNG ZUHÖREN
– „Vierteljahrespreis der Schallplattenkritik“
– Nominierung für den „Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2009“

JEDEM DAS SEINE / TO EACH HIS OWN
Spielfilm, D 2009, 45\‘. Buch & Regie: Stefan Schaller
Lobocito Film, Filmakademie Baden-Württemberg & Bayrischer Rundfunk
BERLINALE 2009: Perspektive Deutsches Kino

WHIRLY GIRLS – STAR DUST IS BETTER THAN ROAD RUST
Baumgartner Filmproduktion | Doku, D 2008, 60\‘. Regie: Evi Baumgartner

INDEX – DIE SCHWARZE LISTE DES VATIKAN
TV-Doku mit Wolf von Lojewski, D 2008, 2 x 45\‘ | Regie: Christel Fomm & Cristina Trebbi
ZDF / Gruppe 5

MYTHOS SEX
WDR (Red. Leonardo – Wissenschaft und mehr), Burkhard Ax (Regie)
8teilige Hörspielreihe von Susanne Billig und Petra Geist, WDR 2008

GESCHICHTEN FÜR DEN KLEINEN LIEBLING
6teilige Kinderhörspielreihe von Franziska Groszer, WDR 2008
WDR (Red. Bärenbude/Lilipuz), Christoph Pragua (Regie)

radioTatort VERHANDLUNGSSACHE
WDR radioTatort #2, Krimihörspielreihe, WDR 2008
WDR, Thomas Leutzbach (Regie)
Buch: Peter Meisenberg

DAS HAUS DER KLEINEN FORSCHER
Kinderhörspielreihe von Joachim Hecker, WDR 2008
WDR / Kiraka (Der KinderRadioKanal), Burkhard Ax (Regie)
CD erschienen im DAV (Der Audio Verlag)

PILLEFILME
dropout films, Daniel Seideneder | (Pille FilmgerÄteverleih – Technikverliebt 2007) Werbefilmreihe, D 2007, Regie: Daniel Seideneder

BLOWBACK RELOADED
Kurzfilm, D 2008 | Oliver Bender (Buch, Regie, Darsteller)

MADDIN IN LOVE
TV-Serie, D 2008. 8 x 25\‘. Regie: Michael Karen (1-4) / Daniel Drechsel-Grau (5-8), Buch: Oliver Welke. | Juni TV / Hurricane Fernsehproduktion GmbH | Sat1
– nominiert für den Deutschen Comedypreis 2008 als Beste Comedyserie
– auf DVD erhältlich bei ALIVE ab 14.11.2008

Alltag im Vatikan: Feuerwehr & Osterlamm
Doku, D 2007, Regie: Christel Fomm, Cristina Trebbi
Musik zusammen mit Stefan Döring & Verena Guido | zdf/arte

Alltag im Vatikan: Damast & Lichterglanz
Doku, D 2007, Regie: Christel Fomm, Cristina Trebbi; Musik zusammen mit Stefan Döring & Verena Guido | zdf/arte

IBA – Internationale Bauausstellung Hamburg
Imagefilm IBA Zaragoza für die EXPO Zaragoza.
D 2007, Regie: Michael Sommer (sommerfilm), Kamera & Schnitt: Eike Zuleeg

TOFU
frameboX digital design, Mainz
Animationsfilm, D 2006, Regie: Till Nowak
VISUAL MUSIC AWARD 2007 (www.visual-music-award.de)

radioTatort DER EMIR
WDR radioTatort #1 | WDR, Thomas Leutzbach (Regie)
Buch: Peter Meisenberg, Krimihörspielreihe, WDR 2007
Ursendung: Januar 2008, Öffentliche Premiere im November 2007 auf den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe
CD erschienen beim Hörverlag

DER ZWEITE BRUDER
Kurzspielfilm (25min.) von Stefan Schaller, Buch: Maggie Peren, D 2007
Filmakademie Baden-Württemberg, Producer: Janine Wolf
Wettbewerb Filmfestival Max Ophüls Preis 2008, Saarbrücken
Prädikat WERTVOLL (Filmbewertungsstelle Wiesbaden)

SCHATTEN
Animationskurzfilm, D 2007
Thomas Kiris (Prod/Buch/Regie), Diplom FH Augsburg

STOLPERSTEIN / ROLLING STONE
Doku 72 + 52 Min., D 2007, Regie: Dörte Franke
Hanfgarn & Ufer, Troika Entertainment, WDR/NDR/ORF/Arte

ABFLUSS DES GRAUENS
Kurzfilm (4 Min.), D 2007, Regie & Buch: Jan Kopietz
Jan Kopietz, FH Mainz (Diplomfilm)

HÜHNER DÜRFEN SITZEN BLEIBEN
Musik zum WDR-Kinderhörspiel von Jochen Weeber, WDR 2007.
WDR, Thomas Leutzbach (Regie)

GSCHICHTEN AUS DEM WIENERWALD
Städtische Bühnen Münster 2007, Großes Haus, Regie Markus Kopf
Volksstück von Ödön von Horvath. Musik, Musikkonzept, Arrangements

MEIN TRAUM VON VENEDIG
TV-Movie, D 2007, 90 Min. | Ziegler Film | ARD / Degeto, Regie: Michael Kreindl
Musik gemeinsam mit Helmut Zerlett

REQUIEM FÜR EINEN PUNK
Doku, D 2006, 80 Min. | Cameo Film & Troika Entertainment | Regie: Berthold Bell & Gerhard Schick, Prod.: A. Pisacane & M.P. Aust

SARRE LIBRE
Episodenfilm, D 2006 | kontrastfilm (Mainz) | Arne Ahrens (Buch, Regie)
– Offizieller Eröffnungsfilm Max-Ophüls-Preis 2007

BLOWBACK
Kurzfilm, D 2006 | Oliver Bender (Buch, Regie, Darsteller)

FINAL JOURNEY
3D-animierter Kurzspielfilm, D 2006
artworx3D | Lars Zimmernmann (Regie)

BIELEFELD.JAHNPLATZ
Hörstück von Andreas & Matthias Hornschuh, 52\‘, 2006.
WDR3 | Studio Akustische Kunst, Red. Markus Heuger
Ursendung am 18.11.2006 auf WDR3

WDR5 AudioDesign | Ergänzung 2006
Musiken, Songs, Motive, Jingles, Betten und Vorspänne für die Fortentwicklung des WDR5-Programmes. Darunter die komplette neue Verpackung für Profit – das Wirtschaftsmagazin.

WDR | KIRAKA – Der Webchannel für Kinder
Audiodesign, AudioLogo, Jinglepaket, 2006

DAS SCHLOSS DER FRÖSCHE
Musik zum WDR-Hörspiel nach dem Roman von Jostein Gaarder, WDR 2006.
WDR, Angeli Backhausen (Regie)
Musikproduktion / Sendung in 5.1 & Stereo
Auf CD veröffentlicht beim DAV
=> auf der hr2-Hörbuch-Bestenliste für den Monat September 2006
=> nominiert für den ARD Hörspielpreis 2006

DANTONS TOD
Theatermusik, Premiere am 28.01.2006; Regie: Markus Kopf
Städtische Bühnen Münster, Großes Haus (Spielzeit 2005/2006)

GROSSSTADTRÄUBER
Kurzspielfilm D 2005 | kontrastfilm (Mainz) | Arne Ahrens (Regie)
mit Fabian Busch & Julia Brendler
– Hessischer Filmpreis 2006
– 1. Preis Film | shortcuts Rheinland-Pfalz, Film und Multimedia Nachwuchspreis 2006
– Ullrich Schieg Filmpreis 2006
– Kurzfilm-Biber | Biberacher Filmfestspiele 2006

HANDBUCH FÜR DEN RUSSISCHEN DEBÜTANTEN
Hörspielmusik für das 3teilige Hörspiel nach dem Roman von Gary Schteyngart, WDR 2005
WDR, Thomas Leutzbach (Regie)

TOTENTANZ-MINIATUREN
4 Miniaturen für Violine, Elektronik & Begleitung, 2004, Uraufführung im Februar 2004, Bielefeld

DELIVERY
Animationsfilm, D 2005 | frameboX / Till Nowak (Buch, Regie & Visualisierung)
AWARDS:
– Grand Jury Prize | AFI FEST 2005, Los Angeles, Nov. 2005
– Audience Award | AFI FEST 2005, Los Angeles, Nov. 2005
– Prix UIP Ghent 2005 | Flanders International Film Festival, Ghent, Okt. 2005
– Best First Film | Annecy, Juni 2006
– Nominiert für den EUROPÄISCHEN FILMPREIS 2006 (Kurzfilm-Kategorie), Warschau, Dez. 2006
– Friedrich-Wilhelm-Murnau-Kurzfilmpreis 2006 | Murnau-Stiftung, Wiesbaden, April 2006
– Best Animation | sehsüchte film festival, Potsdam, April 2006
– Audience Award 2005 | goEast Festival, Wiesbaden, April 2005
– Best Student Animation 2005 | goEast Festival, Wiesbaden, April 2005
– 1st Prize Mediterranean Environmental Award by United Nations, Antalya 2006
– 1st Prize | OFFF Barcelona, Mai 2005
– Best Animation | Bergisches Filmfest, Wuppertal, Oct. 2005
– Prädikat Besonders Wertvoll | Filmbewertungsstelle Wiesbaden, Juli 2005
– Shortfilm Of The Month | Filmbewertungsstelle Wiesbaden, Juli 2005
– Audience Award | 22. Hamburg International Short Film Festival
– Made in Germany Award | Germany, Juni 2006
– Best Animation | Monterrey Int. Film Festival 2006
– 2nd Prize | Hamburg Animation Award 2005
– Audience Award | Hamburg Animation Award 2005
– Design Forte Award | April 2005
– Winner of the Victory Arts International Competition by Victory Media Network, Dallas, Dez. 2006
– 2nd Prize (Animation) | Chicago International Childrens Film Festival, Okt. 2005
– Best Shortfilm | 17th San Sebastian Horror and Fantasy Film Festival, San Sebastian, Spanien, 2006
– Best Short (Audience Award) | Prague Shortfilm Festival Pragueshorts, Prag, Nov. 2006
– Best Animation | 11th Teheran International Short Film Festival, Iran, 2006
– Best Animation | Fantasy Worldwide Film Festival, Toronto, 2006
– Audience Award: Best Short | Anifest, Budapest 2006
– Prix du Conseil General | Pontault-Combault Short Film Festival, Frankreich. Okt. 2006
– 3rd Prize Audience Award | exground Festival, Wiesbaden, 2005

Kurzfilmrollen & Förderprogramme | Stand September 2006
– Next Generation 2006 | German Films
– Soirée Allemande | AG Kurzfilm, Goethe Institute, German Films
– SHORT SCORES : NRW | mediamusic:nrw

Auf DVD erhältlich bei der Kurzfilmagentur Hamburg

AUTO-BIOGRAFIE
Doku-Reihe, WDR Fernsehen 2004/2005 | WDR Fernsehen

STORNO
Kurzfilm D 2004 Betty Kolarczyk (Buch & Regie)

BRIEFFREUNDSCHAFTEN
Kurzspielfilm D 2004
Anja Hansmann (Regie & Buch)

BÄRENBUDE
AudioDesign und zusätzliche Einspielmusiken des Kindermagazins auf WDR5

SoundTrack_Cologne
AudioDesign zur Preisverleihung New Sound in European Film – European Film Music Awards 2004 im Rahmen von SoundTrack_Cologne 1.0

CONCERTO FÜR KATZE & COMPUTER  5. Satz: „Luminosa“
Klangkomposition zum Bilderzyklus „Katze – Licht und Schatten“ von Berthold Bell; gemeinsam mit Micki Meuser, Kai Schwirzke, Tobias & Kristoff Becker, 2003

DER WALDMEISTER (AT: Baumwächter)
Animationsfilm, 7 min., D 2004
Bernd Nalbach (Buch, Regie, Produktion)

SAP Präsentationsmusiken
für die Messen Systems 2003 und CeBit 2004

H. H. Jahnns NEUER LÜBECKER TOTENTANZ
Multimedia Theater, 2004
Uni Bielefeld, AVZ, Regie: Walter Blohm & Ralph Blase

PROXIMITAS / CLOSENESS
Doku-Feature, Island, 2004
Poppoli Pictures, Reykjavik, Regie: Olafur „de Fleur“ Johannesson

WDR5 Audiodesign
komplettes Jinglepaket; 2003 | WDR

100 METER (KÖLN)
Auftragskomposition für WDR3 / Studio Akustische Kunst 2003, 50 min.WDR – Studio Akustische Kunst

tvn Imagefilm, 1998
tvn, Hannover

EXPO 2000
Präsentationsfilm 1998
tvn, Hannover

BESSER ALS NICHTS
Spielfilm 1997 | Regie Dr. Walter Blohm
Audiovisuelles Zentrum (AVZ), Uni Bi

STRASSENECKE
Multimediatheater Universität Bielefeld 1994 | Regie Dr. Walter Blohm
nach H.H. Jahnn

KINDER UND WERBUNG
TV-Doku 1998 | Regie Dr. Walter Blohm | RTL / dctp

BOTSCHAFTER DER HOFFNUNG / MESSENGERS OF HOPE
Kurzspielfilm 2000 | Regie Dr. Walter Blohm
Deutsche Unesco-Kommission verteten durch Medienkontor Berlin
präsentiert auf der EXPO 2000, Hannover

Universität Bielefeld
Imagefilm 1998

Kann denn Liebe Sünde sein?
Lehrfilm 1998 | Universität Bielefeld

Gefahren im Chemielabor
Lehrfilm 1998 | Universität Bielefeld

u.a.m.

Referenzen TEXT/PUBLIZISTIK

= wird ergänzt =

Referenzen MODERATION/KURATIERUNG

SoundTrack_Cologne
Initiierung, Konzeption, Programmleitung & Moderation von SoundTrack_Cologne 1.0 bis 14 / 2004 – 2017

= wird ergänzt =

Referenzen MUSIKER

= wird ergänzt =

 

Alles neu. Oder: Umbruch ist immer.

März 2018. Hinter mir liegt eine Zeit voller Höhen und tiefster Tiefen.

Als ich im Frühjahr 2015 entschied, ein Sabbatjahr vom Komponieren zu nehmen, um mich mit voller Kraft der Politik und dem Erkenntnisgewinn widmen zu können, ahnte ich nicht, dass daraus zweieinhalb Jahre werden sollten. Sabbat, nicht Politik.

Von meiner Auszeit habe ich verschiedentlich berichtet, vor allem in Form von Vorträgen und Keynotes: Ich habe mich dem Digitalen gewidmet, in allen seinen Facetten. Informationelle Selbstbestimmung, Datenschutz & Datenautonomie, Medienregulierung, Kartellrecht, Plattformhaftung, Fake News & Hate Speech und, natürlich, Kultur und Urheberrecht. Ich habe für ecce eine qualitative Studie über die Folgen der Digitalisierung für die Kulturschaffenden geschrieben, habe Bundesjustizminister Heiko Maas auf der

Urheberkonferenz 2015
MH @ Urheberkonferenz 2015, foto: Initiative Urheberrecht

Urheberkonferenz 2015 erklärt, wovon musikalische Urheber leben (von Lizenzen und Nutzungsvergütungen und mithin von der GEMA und nicht etwa „vom Komponieren“), habe unterrichtet, getalked und moderiert  – in Brüssel, Krakau, Cannes, Berlin und Köln und sonstwo. 
Und ich bin gereist; Frankreich, Polen, Belgien, Niederlande, Schottland & UK, New York und vieles mehr lag auf dem Weg.

Als ich im Herbst 2016 nach einer letzten Reise wieder in mein altes Leben zurückkehren wollte, war das plötzlich verschwunden. 
Ich will und werde das an dieser Stelle nicht vertiefen, nur so viel: Bei meiner Frau wurde Leukämie diagnostiziert und ich habe mich, mit allem, was mir zur Verfügung stand, mit ihr in den Kampf gegen diese unbegreifliche Krankheit geworfen. Den Kampf haben wir verloren; seit November 2017 bin ich Witwer.

Ich muss nun, wohl oder übel, mein Leben neu strukturieren, teils gar neu (er)finden. Das betrifft notwendigerweise auch meinen Beruf, bzw. meine vielen Berufe … Ich bin froh und sehr dankbar, das Jahr mit zwei Kompositionsprojekten zu beginnen, einem fürs NDR Fernsehen und einem für den WDR Hörfunk. Dazu später mehr.
Zugleich habe ich meine Studioräume in der Dasselstr. gekündigt und bin dabei, meine gesamte Arbeitsumgebung in meine Wohnung zu verlegen (Foto). Falls also jemand Räume in Köln sucht …
Halbwichtiges wie eine neue Website muss warten. Das hier ist immerhin ein Versuch sichtbar zu bleiben.

STC-Programmleitung 2016
STC-Programmleitung im Sommer 2016

Im Januar bin ich nach fast 15 Jahren bei SoundTrack_Cologne ausgestiegen. Das ist der Schlusspunkt einer längeren Entwicklung und keineswegs (m)einer akuten Krise geschuldet. Ich werde aber selbstverständlich auch weiter politisch aktiv sein; ich kann ja gar nicht anders. Sehr gerne lasse ich mich für Werkstattgespräche oder Podiumsdiskussionen als Moderator einladen. Auch in der Hinsicht gibt es bereits einige attraktive Aussichten auf das Jahr, das längst kein Neues mehr ist.

Soviel für den Moment. 
Eines möchte ich abschließend nicht versäumen zu sagen: Ich habe im vergangenen Jahr, unter denkbar schlimmen Bedingungen, so viel Gutes erlebt, Loyalität und Freundschaft von so vielen, durchaus auch unerwarteten Seiten erfahren, dass ich schlicht und ergreifend zutiefst dankbar und wahnsinnig berührt bin.
Ich weiß schon, warum ich mich seit langem mit soviel Energie für die Menschen einsetze: Sie sind es wert!

Lasst Euch helfen, wenn Ihr’s braucht, helft anderen, wenn Ihr könnt und, nicht zuletzt, werdet Organspender und lasst Euch typisieren! Es sind ganz kleine Entscheidungen, die Großes bewirken können.

Persönliche Filmmusik-Highlights 2017

Neben dem unglaublich unterhaltsamen Werkstattgespräch mit dem verdammt klugen SHERLOCK-Komponisten Michael Price (SoundTrack_Cologne 14) habe ich im Jahr 2017 eine Reihe persönlicher weiterer Filmmusik-Highlights erlebt.

Michael Price & MH @ STC14, Foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne
Michael Price & MH @ STC14, Foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne

 

 

Dazu gehörte nicht zuletzt ein langes und intensives Gespräch mit einem Kollegen, dem ich mittlerweile seit gut zehn Jahren freundschaftlich verbunden bin: Oscarpreiträger Jan AP Kaczmarek (FINDING NEVERLAND). Auf dem Braunschweig International Film Festival BIFF gestalteten wir zusammen mit den hervorragenden Musikern des Staatsorchesters Braunschweig einen inspirierenden Abend. Einmal erwies sich Jan als Künstler im Sinne des Wortes, der alles Reden vom Filmkomponisten-als-Dienstleister-oder-allenfalls-„Kunsthandwerker“ Lügen straft, der sich in besonderer Weise mit seinen Projekten identifiziert und von einer großen Leidenschaft für Film(musik)dramaturgie und von einem tiefen Humanismus getrieben ist.

Don Davis & Jan AP Kaczmarek @ BIFF 2017

 

Ein Traum ging schließlich für mich in Erfüllung, als ich auf demselben Festival die Master Class mit Don Davis, dem Komponisten der MATRIX-Trilogie leiten durfte – einen Tag nach der Live-Aufführung seines Scores zum Film. Was soll ich sagen: Es war augen- und ohrenöffnend und der Meister erwies sich als freundlicher und aufgeschlossener Zeitgenosse und als sehr kritischer Geist. Und ich bin jetzt im Besitz einer signierten Partitur eines meiner absoluten All-Time-Favorite-Scores.

Robert Kraft
Robert Kraft, foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne

 

 

 

Ganz sicher nicht vergessen werde ich die Begegnungen mit großen & großartigen Persönlichkeiten wie dem Hollywood-Filmmusik-Urgestein Robert Kraft (was für eine kluger, entspannter Mensch!) oder dem legendären Bruce Broughton, einem ebenso lebensklugen wie tiefenentspannten Gentleman.

Bruce Broughton @ STC 14, foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne
Bruce Broughton @ STC 14, foto: Stephanie Englert / SoundTrack_Cologne

 

Interview zum Tod von Jóhann Jóhannsson

Mit dem Deutschlandfunk habe ich über den viel zu frühen Tod des großartigen isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson gesprochen. Ich war mit Jóhann in der Jury bei Jan AP Kaczmareks TRANSATLANTYK FESTIVAL und hatte das Glück, seinen unfassbaren SICARIO-Score 2017 beim Film Music Festival Krakau live zu hören. Ein tragischer Verlust – menschlich und professionell.  

Auf dem Foto (privat), von links nach rechts: Ray Costa, Jóhann Jóhannsson, MH & DZ, John Ottman, Tim Burden, Michael Price

http://www.ardmediathek.de/radio/Kultur-heute-Beitr%C3%A4ge/Zum-Tod-des-Filmkomponisten-Johann-Johan/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21554344&documentId=49933314

Hörspielmusik „Theseus und der Minotaurus“ (WDR 2015)

Mitte Dezember (2015) traf sich eine illustre Runde von Hörspielmachern der verschiedensten Gewerke in den heiligen Hallen des WDR Hörspiels. Gemeinsam wurden die 5 Kinderhörspiele abgehört, die der fantastische Hörspielautor Karlheinz Koinegg (WIE MAN UNSTERBLICH WIRD) aus alten Ovid-Stoffen entwickelt hat: Theseus, Daedalus, Orpheus & Eurydike usw.
5 Hörspiele in 5 verschiedenen Besetzungen: ein großer Zusammenhang, ein fantastisches und mutiges Projekt der WDR-Dramaturgin Ulla Illerhaus.

Ich habe die Musik zum 2. Teil „Das Buch der Verwandlungen. Buch 2: Theseus und der Minotaurus“ geschrieben (Regie Thomas Werner).

Alle 5 Teile kommen im Frühjahr 2016 als CD-Box auf den Markt.
Ich werde darauf noch einmal hinweisen.